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Auf nach Nippon!

(c) APA/AFP/KAZUHIRO NOGI
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Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio könnten Japans Aktien anschieben. Auch andere Gründe sprechen für große Chancen.

Wien. Von ihren Allzeithochs sind die Börsenindizes in Japan zwar noch weit entfernt. Aber allein im Vorjahr konnten sie ein gutes Stück zulegen. 2019 stieg der Leitindex Nikkei 225, der unter anderem bekannte Titel wie die Telekom-Konzerne Softbank und KDDI sowie den Autohersteller Honda enthält, um rund 20 Prozent.

Wie Daisuke Nomoto, Leiter für japanische Aktien beim US-Vermögensverwalter Columbia Threadneedle Investments, findet, gibt es gute Gründe dafür, dass sich die Hausse heuer wohl fortsetzen wird. Einer davon ist durchaus sportlich. Denn im Juli finden in Tokio die Olympischen Sommerspiele statt. Und davon könnte ein Teil von Japans Firmenlandschaft kräftig profitieren.

 

Echte Veränderungen

Nomoto zieht einen historischen Vergleich: „Als im Jahr 1964 die Olympischen Spiele in Japan abgehalten wurden, nutzte das Land die Gelegenheit, seinen bahnbrechenden Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen der Weltöffentlichkeit zu präsentieren.“ Diesmal werde Japan seine vielen technologischen Innovationen, von der Robotertechnik bis zum autonomen Fahren, vorstellen. Tatsächlich ist zum Beispiel Fanuc, ein Hersteller von Industrierobotern, auch eines der größten Mitglieder im Nikkei 225.

Nomoto sieht aber noch weitere Gründe, die für japanische Aktien sprechen. Er verweist auf die Corporate-Governance-Reformen. Schließlich seien die Unternehmen immer aktionärsfreundlicher und achteten auf einen effizienten Kapitaleinsatz. Deshalb dürften diese Reformen zu echten Veränderungen für langfristig orientierte Aktienanleger führen, meint Nomoto. So würden Liquiditätsüberschüsse für Aktienrückkäufe, Dividendenzahlungen und Akquisitionen genutzt.

 

„Luft nach oben“

Allein das Volumen der Aktienrückkäufe stieg im Vorjahr um rund 50 Prozent auf zehn Billionen Yen (82 Mrd. Euro), ein Rekordhoch, das ebenso bei den Ausschüttungen an Aktionäre erreicht wurde. Die positiven Folgen sind jedenfalls deutlich sichtbar. Denn auch die Eigenkapitalrendite der Unternehmen habe sich in den vergangenen fünf Jahren auf rund zehn Prozent verdoppelt und entspreche nunmehr dem europäischen Durchschnitt. „Wir sehen weiteres Aufwärtspotenzial, somit mehr Luft nach oben für die Aktienkurse“, meint Nomoto.

Aber auch die Entwicklung der japanischen Wirtschaft stimmt den Marktexperten zuversichtlich. „Die höheren Exporte und Aufträge für Werkzeugmaschinen bestätigen, dass sich die Industrieproduktion in Japan erholt hat“, meint Nomoto. Obendrein verabschiedete die Regierung vergangenen Dezember ein Ausgabenprogramm von rund 13,2 Billionen Yen.

Wohin könnte der Nikkei 225, der bei 24.000 Punkten steht, heuer also klettern? Bei Goldman Sachs kann man sich zumindest 25.000 Punkte vorstellen. Weit bullisher ist man bei WisdomTree, wo man bis zu 29.000 Punkte für möglich hält. Risikoaffine Anleger haben jedenfalls die Möglichkeit, mit Turbo-Long-Zertifikaten gehebelt auf die Entwicklung zu setzen.

Ein solches Produkt bietet etwa die Commerzbank an (DE000CJ5PE87). Der aktuelle Hebel liegt bei rund 2,9. Um diesen verändert sich der Kurs des Zertifikats im Verhältnis zu jenem des Basiswertes. Wird aber die Barriere von 15.941,64 Punkten berührt oder unterschritten, verfällt das Zertifikat. Für noch risikoaffinere Anleger bietet etwa die DZ Bank ein Turbo-Long-Zertifikat mit einem aktuellen Hebel von rund 5,2 an (DE000DD6CL59). Hier liegt allerdings die Barriere bei 19.564,84 Punkten, somit weit näher am aktuellen Indexstand.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2020)