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China räumt Fehler im Umgang mit Coronavirus-Epidemie ein

Eine Luftaufnahme des provisorischen Krankenhauses "Huoshenshan" in der Coronavirus-Metropole Wuhan.
Eine Luftaufnahme des provisorischen Krankenhauses "Huoshenshan" in der Coronavirus-Metropole Wuhan.(c) imago images/Xinhua (Cheng Min via www.imago-images.de)
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Bei der Reaktion auf das Virus habe es Schwierigkeiten gegeben. Auch gegen den illegalen Wildtierhandel soll künftig härter vorgegangen werden. In Wuhan hat nach zwei Wochen Bauzeit die erste neue Notklinik eröffnet.

Chinas Führung hat am Montag "Fehler" im Umgang mit der Coronavirus-Epidemie eingeräumt. Der Ständige Ausschuss des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, die Reaktion auf die Coronavirus-Epidemie habe "Fehler und Schwierigkeiten" beim nationalen Notfallmanagement offengelegt. Das System müsse daher verbessert werden.

Der illegale Handel mit Wildtieren müsse streng verboten werden, die Behörden müssten hart dagegen vorgehen. Es wird vermutet, dass der Erreger der Lungenkrankheit auf einem Markt in der zentralchinesischen Stadt Wuhan von einem Wildtier auf den Menschen übergegangen ist. Auf dem mittlerweile geschlossenen Markt wurden außer Meeresfrüchten und Geflügel auch Tiere wie Krokodile, Schlangen und Füchse angeboten.

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Not-Krankenhaus fertig

Was die Versorgung der Menschen der Metropole Wuhan betrifft, hat  China in weniger als zwei Wochen das erste von zwei Notkrankenhäusern hochgezogen. Das "Huoshenshan" ("Berg des Vulkan-Gottes") genannte Hospital hat rund tausend Betten und wurde am Montag eröffnet. Rund 1400 medizinische Kräfte des Militärs betreiben das Behelfshospital, in dem Lungenkranke zentral in Quarantäne kommen und behandelt werden.

Am Spital war seit 23.Jänner Tag und Nacht gearbeitet worden. Ein zweites Hospital mit mehr als tausend weiteren Betten soll am Mittwoch eröffnet werden. Es wird "Leishenshan", "Berg des Feuergottes", genannt. Nach dem chinesischen Volksglauben sollen die Götter des Feuers oder des Vulkans helfen, Krankheiten zu bekämpfen. Die beiden Nothospitäler sollen helfen, den akuten Mangel an Krankenbetten zu beheben.

Schutzkleidung dringend benötigt

China braucht nach eigenen Angaben "dringend" medizinische Schutzausrüstung, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu stoppen. "Was China momentan dringend braucht, sind Atemmasken, Schutzanzüge und Schutzbrillen", sagte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, am Montag in Peking.

Nach Angaben des Industrieministeriums können chinesische Fabriken pro Tag nur rund 20 Millionen Atemmasken produzieren - bei voller Auslastung. In vielen Fabriken läuft die Produktion nach den Ferien zum chinesischen Neujahrsfest aber gerade erst wieder an.

Wie der Ministeriumsvertreter Tian Yulong sagte, versuchen die chinesischen Behörden zusätzliche Masken aus Europa, Japan und den USA zu besorgen. Nach Angaben des Außenministeriums haben zudem schon Länder wie Südkorea, Japan, Kasachstan und Ungarn medizinisches Material gespendet.

Maskenpflicht in mehreren Städten

Neben der Provinz Hubei, in der die am stärksten betroffene Stadt Wuhan liegt, haben noch mehrere andere Provinzen und Städte in China eine Maskenpflicht eingeführt, darunter die bevölkerungsreichste Provinz Guangdong sowie Sichuan, Jiangxi und Liaoning und die Stadt Nanjing. Zusammen haben sie mehr als 300 Millionen Einwohner.

In China sind inzwischen mehr als 17.000 Menschen an dem neuen Coronavirus erkrankt. 361 Infizierte starben. Die Zahl der Todesfälle in China durch das neuartige Virus ist nun höher als während der Sars-Epidemie der Jahre 2002 und 2003. An diesem Erreger waren damals in Festlandchina laut der offiziellen Bilanz 349 Menschen gestorben. Insgesamt gab es 774 Tote, unter ihnen fast 300 Einwohner Hongkongs.

Wirbel um Drohnen-Video

Bei einem Video über Drohnen, die Menschen ohne Mundschutz verfolgen, dürfte es sich möglicherweise aber um Fake News handeln. Darauf ist zu sehen, wie Drohnen Menschen ohne Mundschutz auffordern, eine Atemmaske anzulegen oder nach Hause zu gehen. Zumindest ein Video soll von einem chinesischen Influencer stammen und als Scherz gedacht gewesen sein.

Die "Global Times" hatte die Videos auf Twitter veröffentlicht auf. "Sie sollten nicht draußen rumlaufen, ohne eine Maske zu tragen", sagt eine männliche Stimme aus dem Lautsprecher der Drohne zu einer älteren Frau, ist auf einem Clip zu sehen. "Besser, sie gehen jetzt nach Hause - und Hände waschen nicht vergessen!" Zumindest Teile dieses Videos dürften von einem Influencer stammen. Darüber berichtete der deutsche Ableger des Schweizer Nachrichtenportals "Watson" am Montag.

Gegenüber der "Beijing Times" (Artikel auf Chinesisch) sagte der Filmer, das Video sei in der Stadt Baimiaozi im Norden des Landes entstanden. Er habe mit dem Video dafür sorgen wollen, die Maßnahmen zur Prävention einer Epidemie bekannter zu machen, berichtete "watson.de".

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(APA/dpa/AFP)