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Salt Lake City

Eisschnelllauf: Tirolerin Herzog verpasste WM-Medaille

APA/AFP/dpa/PETER KNEFFEL
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16 Hundertstelsekunden fehlten ihr am Freitag aufs Podest: "Enttäuschung überwiegt natürlich im Moment“.

Der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung ist geplatzt: Vanessa Herzog musste sich bei der Einzelstrecken-Eisschnelllauf-WM in Salt Lake City über die 500-Meter-Distanz mit Rang vier begnügen, 16 Hundertstelsekunden fehlten ihr am Freitag aufs Podest. Der favorisierten Japanerin Nao Kodaira gelang die Revanche für die WM 2019 in Inzell, wo sie hinter der gebürtigen Tirolerin gelandet war.

Die schon vor drei Jahren bei der WM erfolgreich gewesene Kodaira hatte im Paar vor Herzog die Bestzeit vorgelegt und die 36,69 Sekunden der Olympiasiegerin wurden in der Folge nicht mehr unterboten. Dahinter landeten mit Angelina Golikowa (36,74) und Olga Fatkulina (36,79) zwei Russinnen, die gemeinsam als Letzte aufs Eis gegangen waren. Fatkulina sicherte sich nach schwacher Startzeit mit einem starken Finish noch Rang drei.

Der vierte Platz - das Ergebnis, das man nicht haben will

Herzog hätte wie von ihr zuvor prophezeit für einen Podestrang den von ihr selbst gehaltenen Österreichischen Rekord (36,83) brechen müssen, scheiterte allerdings bei diesem Versuch und kam nach 36,95 Sekunden ins Ziel. Nur die Top vier blieben unter der 37-Sekunden-Marke. Das war ein schwacher Trost. "Der vierte Platz ist halt genau das Ergebnis, das man bei einer Großveranstaltung überhaupt nicht haben will. Man muss aber anerkennen, dass die drei Medaillengewinnerinnen einfach besser waren", resümierte Herzog.

Nach den Rängen drei (zweimal) und zwei (einmal) zuletzt im Weltcup war sie berechtigt mit dem Medaillenziel an den Start gegangen. "Insgesamt war es ein verkrampftes Rennen von mir. Der Start war gut, mein schnellster in meiner Karriere, aber die Runde war technisch einfach nicht gut", analysierte Herzog. Vielleicht habe sie auch einfach zu viel gewollt. "Es war eine Topzeit und ich bin damit die viertschnellste Frau des Jahres, aber die Enttäuschung überwiegt natürlich im Moment", erläuterte die Wahl-Kärntnerin.

Am Samstag (22.22 Uhr MEZ) hat die 24-jährige gebürtige Tirolerin bei ihrer fünften WM-Teilnahme über 1.000 Meter eine weitere Chance, über diese Distanz sind ihre Medaillenchancen aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs allerdings geringer. Zu verteidigen hat Österreichs Sportlerin des Jahres 2019, die mit ihrem Manager und Trainer Thomas Herzog verheiratet ist, jedenfalls Rang zwei aus dem Vorjahr. "Bisher hatte ich noch keinen wirklich guten Lauf über diese Distanz in dieser Saison und ich mag gar keine Prognose abgeben. Die Form ist aber definitiv gut und vielleicht löst sich der Knoten ja morgen", hoffte Herzog.

Im 500-Meter-Herren-Rennen holte sich der Russe Pawel Kulischnikow zum dritten Mal auf dieser Distanz den WM-Titel. Silber ging an seinen Landsmann Ruslan Muraschow vor dem Japaner Tatsuya Shinhama. Neuen Weltrekord gab es da keinen, dafür allerdings über 10.000 Meter. Der Kanadier Graeme Fish markierte in 12:33,86 Minuten eine neue Bestmarke und unterbot den bisherigen Rekord von seinem Landsmann Ted-Jan Bloemen um 2,44 Sekunden. Bloemen landete vor dem Deutschen Patrick Beckert auf Rang zwei.

In der Teamverfolgung verteidigte das japanische Damen-Trio in 2:50,76 Minuten den WM-Titel mit Erfolg und verwies die Niederlande und Kanada auf die weiteren Medaillenränge. Die Titelkämpfe finden zum dritten Mal nach 2001 und 2007 in Salt Lake City statt.

(Schluss) ttr/ivn

(APA)