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Terrorzelle um „Teutonico“ ausgehoben

Deutsche Gruppe plante Anschläge auf Moscheen.

Wien/Berlin. Anschläge zeitgleich in sechs Moscheen in sechs Bundesländern: Das war angeblich der Masterplan einer Terrorzelle um ihren Anführer „Teutonico“, die die Behörden am Wochenende in Deutschland hochgehen ließ. Zwölf Verdächtige, von insgesamt 53 bundesweit bekannten rechtsextremen „Gefährdern“ sitzen in Haft.

Ihr Ziel war es, einen Bürgerkrieg in Deutschland auszulösen. Vorbild der Gruppe, die sich auf die finnischen „Soldaten von Odin“ mit dem Wikingerkopf im Logo beruft, war der Attentäter auf zwei Moscheen im März des Vorjahrs im neuseeländischen Christchurch. Ein australischer Rechtsextremist hatte in der neuseeländischen Stadt 51 Menschen während des Gebets im einem Gewaltexzess ermordet.

 

„Hart, schnell, brutal“

Der deutsche Verfassungsschutz war der Gruppe Ende September auf die Schliche gekommen, als sie sich zur ersten konspirativen Sitzung traf, und schleuste in der Folge einen V-Mann ein. Nach einer zweiten Sitzung Anfang Februar gab sie den Befehl zuzuschlagen. Der 32-jährige Werner S. alias „Teutonico“ hatte einen Plan ausgetüftelt, Moscheen in kleineren Städten ins Visier zu nehmen. Zwei Männer wurden mit der Beschaffung der Waffen beauftragt, es sollten 50.000 Euro gesammelt und potenzielle Anschlagziele ausgespäht werden.

Die Terrorzelle organisierte und radikalisierte sich über Chatgruppen. „Teutonico“ suchte Männer, die „intelligent, hart, schnell und brutal“ agieren. Kurz vor seiner Verhaftung gab einer der Männer, ein Anhänger der Reichsbürgerbewegung, die Parole aus: „Widerstand ist der einzige Weg! Wir bleiben unbeugsam.“ (vier)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2020)