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Urteil

Falsche Notiz: Freispruch für Polizisten

Dem Gericht zufolge lag kein Amtsmissbrauch vor.

Wien.Zwei Polizisten sind am Montag vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen worden, obwohl sie – das betonte der vorsitzende Richter – falsche Amtsvermerke angelegt und damit einen Fußballfan der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt hatten. Das Gericht ging allerdings davon aus, dass kein wissentlicher Befugnismissbrauch gegeben war.

Die Angeklagten – ein Kontrollinspektor und eine Offizierin – waren am 16. September 2018 im Allianz Stadion im Einsatz, als es beim Fußball-Derby zwischen Rapid und Austria Wien zu einem Platzsturm von Rapid-Anhängern kam. Ein Austria-Fan wollte daraufhin in den Rapid-Bereich. Der Mann, er soll der Truppe „Unsterblich Wien“ angehören, der aufgrund neonazistischer Umtriebe der Fanklub-Status aberkannt wurde, konnte daran mithilfe der Polizei gehindert werden. Als er abgeführt wurde, beschimpfte er die Beamten, versuchte den Angeklagten zu beißen. Dieser nahm ihn in die Halsklammer, beim Versuch, den Mann zu bändigen, stürzte die Gruppe auf einen Chefinspektor, der dabei schwer verletzt wurde.

 

Kamera widerlegt Exekutive

Später schrieb der Polizist in einem Amtsvermerk, der Fan habe durch einen Schlag mit seinem Ellenbogen den Sturz der Gruppe verursacht, die Mitangeklagte ergänzte und bestätigte die Schilderungen. Aufnahmen der Überwachungskameras widerlegen das aber.

Ein gegen den mehrfach Vorbestraften eingebrachter Strafantrag wegen schwerer Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt wurde daraufhin zurückgezogen. Die Polizisten blieben vor Gericht dabei, sie hätten ihre Vermerke nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2020)