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Sanierungsplan für Fensterfirma Kapo angenommen

Der insolvente steirische Traditionsbetrieb Kapo Fenster und Türen GmbH erhält eine neue Chance und die Gläubiger eine Quote von 22 Prozent.

Nach der Insolvenz der oststeirischen Kapo Fenster und Türen GmbH im Dezember ist der Sanierungsplan am Dienstag von den Gläubigern angenommen worden. Sie erhalten eine Quote von 22 Prozent, wobei die ersten 10 Prozent binnen 14 Tagen in bar ausbezahlt werden, teilten die Kreditschützer von AKV, KSV und Creditreform danach mit. Der steirische Traditionsbetrieb erhält damit eine neue Chance.

Das Verfahren wurde ursprünglich als Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Im Laufe des Verfahrens wurde diese jedoch zurückgelegt und die angebotene 30-prozentige Insolvenzquote auf nunmehr 22 Prozent reduziert. Das erste Geld soll binnen 14 Tagen fließen. Weitere 5 Prozent werden innerhalb von zwölf Monaten und weitere 7 Prozent binnen 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplanes fällig, wie die Kreditschützer bekannt gaben.

Die mehr als 300 Gläubiger haben sich ausbedungen, dass eine Forderung gegenüber dem Seniorchef in der Größenordnung von rund 650.000 Euro von der Quote nicht umfasst ist. Diese Ansprüche wurden im Rahmen eines Treuhandsanierungsplans an den bisherigen Insolvenzverwalter als Treuhänder übertragen. Diese Forderung wird für den Fall der Einbringlichkeit als Superquote an die Gläubiger ausgeschüttet werden.

Im Verfahren wurden Insolvenzforderungen von insgesamt rund 7,2 Millionen Euro gemeldet. Über Rückstehungserklärungen konnten die quotenrelevanten Forderungen aber auf rund 6 Millionen Euro reduziert werden. Der KSV wies darauf, dass das Unternehmen bis einschließlich November einen erheblichen Finanzierungsbedarf habe, der laut Einschätzung nur durch die Einbringung eines strategischen Partners bewältigt werden könnte. Im Unternehmen sind von den zuletzt 102 noch 50 fixe Mitarbeiter und 25 Leiharbeiter beschäftigt.

Bei der KAPO-Unternehmensgruppe handelt es sich um ein österreichisches Traditionsunternehmen, dessen Anfänge bis in Jahr 1927 zurückreichen. Bereits im Jahr 2018 war ein Insolvenzverfahren anhängig und die Sanierung damals gelungen. Innerhalb der oststeirischen Unternehmensgruppe soll es zu massiven Querfinanzierungen gekommen sein, welche laut AKV insbesondere zulasten der Kapo Fenster und Türen GmbH erfolgt sein dürften und letztlich zur Insolvenz führten.

(APA)