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Grüne Vorbilder im Check

Das Thema Nachhaltigkeit hat den Finanzkosmos erfasst.
Das Thema Nachhaltigkeit hat den Finanzkosmos erfasst.(c) REUTERS (CHRISTIAN HARTMANN)
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Die Welt der Nachhaltigkeit wächst unbeirrt. Da eine fixe Definition für solche Investments fehlt, sollten Anleger genau hinsehen.

Wien. Das Thema Nachhaltigkeit hat den Finanzkosmos erfasst. Und weil der Druck der Investoren auf Unternehmen steigt, entsprechend zu agieren, gewinnt das Thema mit schier jedem Tag auch mehr an Bedeutung. Beispiele dafür gibt es zur Genüge. So stoßen immer mehr Vermögensverwalter etwa Aktien zahlreicher Kohleproduzenten ab, um damit die Energiewende zu unterstützen.

Die Zahlen sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache. Laut Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlage erreichte 2018 allein in Österreich die investierte Summe in nachhaltige Fonds – aber auch in Mandate – knapp 22 Milliarden Euro. Das ergibt einen Marktanteil von rund 13 Prozent.

Allein, die Definition von Nachhaltigkeit ist breit gefasst, weshalb noch reichlich Entwicklungspotenzial besteht. Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Invest, mahnt: „Wenn Begriffe wie derzeit jener der Nachhaltigkeit eine breite Verwendung finden, ist die Gefahr der Oberflächlichkeit und der Verwässerung groß.“

 

Ausschlusskriterien

Wögerbauer weist auch darauf hin, dass für einen Franzosen Kernkraft eine relativ saubere Energiequelle sei, während sie in Österreich nicht einmal im Ansatz mehrheitsfähig wäre. „Viele denken bei Nachhaltigkeit an das symbolische Windrad.“ Die plakative Reduzierung greife viel zu kurz, „und wird der Idee einer nachhaltigen Unternehmensführung nicht gerecht“.

Immerhin arbeitet die EU fieberhaft an einer entsprechenden Taxonomie. Sie soll im kommenden Jahr in Kraft treten und fixe Spielregeln zumindest diesseits des Atlantiks aufstellen. Weltweit halten sich viele Produktanbieter an gewisse Richtlinien, die sich über die Jahrzehnte in der Branche zum Standard etabliert haben. Eine der wichtigsten davon sind Ausschlusskriterien, bei denen zu Beginn gewisse Sektoren unbeachtete bleiben. Im globalen Nachhaltigkeitsindex Stoxx Global ESG Leaders Select 50 sind dies etwa der Ausschluss von Herstellern und Händlern geächteter Waffen – sowie von solchen Firmen, die gegen die Prinzipien des UN Global Compact verstoßen. Diese sind etwa die Achtung von Menschenrechten und die Bekämpfung von Korruption.

ESG-Kriterien

Als nächster Schritt werden Firmen anhand von ESG-Kriterien ausgewählt. Diese Buchstaben stehen für die Wörter Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (faire Unternehmensführung). Unternehmen, die diese Kriterien am ehesten erfüllen, eine stabile Kursentwicklung haben und lukrative Dividenden zahlen, schaffen es auch in den Index.

Für Anleger gibt es abseits von Fondslösungen die Möglichkeit, mit einem Zertifikat in die Welt der Nachhaltigkeit zu tauchen. So gibt es von der RCB den Nachhaltigkeits Bond 90% (AT0000A2B6L5), basierend auf dem Stoxx Global ESG Leaders. Notiert der Index am Laufzeitende – am 18. Dezember 2026 – über 100 Prozent des Startwerts von 185,89 Euro, erzielen Anleger eine Rendite von 32 Prozent auf den Nominalbetrag. Ist der Index dann jedoch um höchstens zehn Prozent gesunken, erfolgt die Rückzahlung zu 100 Prozent des Nominalbetrags. Bei einer negativen Kursentwicklung von über zehn Prozent greift der Kapitalschutz von 90 Prozent.

Die Société Générale bietet hingegen das Erix Zertifikat an (DE000SG1ERX7). Dieses bildet den European Renewable Energy Index ab, er enthält die zehn größten Firmen aus den Energiebereichen Wind, Solar, Biomasse, Geothermie und Wasser. Dazu zählen etwa der Turbinenhersteller Vestas Wind Systems oder der Fotovoltaikproduzent SMA Solar.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.03.2020)