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Theater

Bunkerstimmung beim Drama einer Königin

Lady Macbeth, modern in drei Personen (v. l.): Nina C. Gabriel, Petra Staduan und Isabella Wolf.
Lady Macbeth, modern in drei Personen (v. l.): Nina C. Gabriel, Petra Staduan und Isabella Wolf.(c) Andrea Klem
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Das neue Kulturfestival Europa in Szene schaffte es in Wiener Neustadt nur bis zur Generalprobe von „Die Königin ist tot“ nach Olga Flors Roman. Dann schlug Corona zu. Die Compagnie hofft nun auf die Uraufführung spätestens im Herbst.

Aus der geplanten Uraufführung von „Die Königin ist tot“ wurde am Donnerstag in den Kasematten von Wiener Neustadt eine interne Generalprobe. Erst am Vorabend hatten die österreichweiten Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus die Leitung des Kulturfestivals Europa in Szene dazu gezwungen, bis mindestens Anfang April alle Veranstaltungen abzusagen. Die Intendantin und Regisseurin, Anna Maria Krassnigg, fasste für die „Presse“ die Stimmung tapfer so zusammen: „Wir haben mit der Figur aus Olga Flors Roman, einer Lady Macbeth, die von drei Schauspielerinnen dargestellt wird, ein halbes Jahr verbracht. Es war höchst intensiv, die Inszenierung wurde mit hohem Aufwand gemacht. Wir fühlen uns betrogen, obwohl niemand daran schuld ist. Das geht uns unheimlich nah.“ Auch Olga Flor sei fassungslos gewesen, sagt Krassnigg. Es war die erste Dramatisierung eines ihrer Romane.

Nach der Probe trifft sich das Team in einem der großen Räume tief unten in der Wehranlage. Bunkerstimmung. Kostümbildnerin Antoaneta Stereva hat sich seit einem halben Jahr mit der Ausstattung beschäftigt. Ihre Gefühle nach der Absage: „Wir waren wie beim Begräbnis eines geliebten Menschen versammelt. Man hatte zwar gehört, dass er Herzprobleme habe, aber keiner rechnete damit, dass er stirbt.“ Bühnenbildner Andreas Lungenschmid bleibt Optimist: „Natürlich sind wir jetzt melancholisch. Wir haben auch Verständnis für die Maßnahmen, hoffen, dass die Stücke bald wieder gesehen werden. Doch wir sind Realisten.“ Er wünscht sich, „dass sich die Schauspieler in meinen Bühnenbildern entfalten können. Sie haben mir gesagt, dass sie sich darin zu Hause fühlen. Dafür arbeite ich.“