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Analyse

Wiener Immobilienpreise zum Jahresende verhaltener gestiegen

Wachstum der Wohnbaukredite beschleunigte sich im zweiten Halbjahr 2019 leicht.

Die Wohn-Immobilienpreise sind in Wien zum Jahresende 2019 verhaltener gestiegen als zu Jahresbeginn, wie aus der am Montag veröffentlichten Immobilienmarktanalyse der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervorgeht. Im restlichen Bundesgebiet setzte sich der Trend sinkender Steigerungsraten fort.

Die Analyse beschreibe die Entwicklung vor der Corona-Krise und vervollständige damit die Zeitreihen für das Jahr 2019, heißt es im Bericht. Im vierten Quartal stiegen die Wiener Wohnimmobilienpreise demnach im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,3 Prozent, nach 2,7 Prozent im dritten Quartal. Im ersten Quartal beispielsweise waren es noch 5,5 Prozent. Im Gesamtjahr betrug der Anstieg in Wien auf Basis revidierter Daten 4,9 Prozent. Im restlichen Bundesgebiet lag das Plus für das Gesamtjahr bei 2,6 Prozent, im vierten Quartal waren es plus 1,2 Prozent, im dritten 1,7 Prozent. Für Gesamtösterreich ergibt sich damit ein Zuwachs um 3,0 Prozent vierten Quartal und von 3,9 Prozent im Gesamtjahr.

Stabilisierung für Wiener Wohnimmobilien

Hinsichtlich einer Überbewertung signalisiere der OeNB-Fundamentalpreisindikator für Wohnimmobilien für Wien eine Stabilisierung, heißt es in dem Bericht. Im vierten Quartal 2019 zeige er eine gegenüber dem Vorquartal wieder leicht angestiegene Überbewertung um 0,3 Prozentpunkte auf 21,4 Prozent an. Für Österreich signalisiere der Fundamentalpreisindikator mit 12,3 Prozent eine gegenüber den letzten Quartalen leicht rückläufige Überbewertung.

Das Wachstum der Wohnbaukredite habe sich im zweiten Halbjahr leicht beschleunigt. Im Dezember habe sich die nominelle Jahreswachstumsrate auf 5,7 Prozent belaufen. Deflationiert um den Anstieg der Verbraucherpreise (HVPI) sei die reale Zunahme Ende des Jahres mit 3,8 Prozent ähnlich stark wie zur Jahresmitte 2019 verlaufen. Berücksichtige man den Anstieg des Baukostenindex, habe sich die preisbereinigte Zuwachsrate der Wohnbaukredite an private Haushalte im zweiten Halbjahr 2019 um knapp einen Prozentpunkt auf 5,0 Prozent im Dezember 2019 beschleunigt.

Die Konditionen seien weiter günstig gewesen, die durchschnittlichen Zinsen seien im Dezember mit 1,43 Prozent um 39 Basispunkte niedriger als vor Jahresfrist gelegen. Der Fremdwährungsanteil ging auf 11 Prozent zurück, das waren um 1,6 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Der Anteil variabel verzinster Kredite (Zinsbindungsfrist bis 1 Jahr) an den (neu aufgenommenen) Wohnbaukrediten lag bei 41,6 Prozent, nach 46,2 Prozent im Jahr davor.