Eurofighter: "Österreich wurde gewaltig reingelegt"

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(c) APA (Markus Leodolter)

Während Österreich für 15 gebrauchte Eurofighter 1,56 Milliarden Euro zahlte, werden Rumänien nun 24 gebrauchte Eurofighter des gleichen Typs um eine Milliarde Euro angeboten.

Am 2. Juli 2002 beschloss der österreichische Nationalrat, 24 Eurofighter um zwei Milliarden Euro zu kaufen. Später entschied sich die Regierung, zum Teil gebrauchtes Gerät anzuschaffen. Österreich zahlte nach zähen Verhandlungen für 15 zum Teil gebrauchte Eurofighter der Tranche 1 einen Preis von 1,56 Milliarden Euro.

Was SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos als Erfolg darstellte, gibt jetzt Rätsel auf. Denn Rumänien, das auf der Suche nach neuen Abfangjägern ist, erhielt nun ein doch etwas besseres Angebot vom italienischen Technologiekonzern und EADS-Partner Finmeccanica. Die Italiener bieten 24 gebrauchte italienische Eurofighter zum Preis von insgesamt einer Milliarde Euro an, wie das Fachmagazin Jane's berichtet. Die Flugzeuge würde umgerechnet 60 Prozent weniger kosten als jene, die Österreich gekauft hat.

Ausstattung ident

Die Flugzeuge sind von der Ausstattung her ident, nur saßen bei den österreichischen Jets vor Ankauf deutsche Piloten, bei jenen, die den Rumänen angeboten wurden, italienische. Der Sicherheitschef der Grünen, Peter Pilz, dazu gegenüber der Tageszeitung "heute": "Entweder sind die Rumänen die besten Verhandler der Welt - oder Österreich ist das korrupteste Land, das existiert." Es sei "spätestens jetzt klar, dass die Österreicher gewaltig reingelegt worden sind".

Auch die weiteren Details des italienischen Angebots für die Eurofighter lassen sich sehen: Im Preis sind Logistik und Training beinhaltet, zusätzlich werden hundert Prozent des Kaufpreises in Gegengeschäften abgewickelt.

 

(mad)