Schnellauswahl
Bildwissenschaft

Ungleiche Bilder der Krise

Die symbolische Funktion der Gesichtsmasken – und der Bilder davon: Als Individuen klinken wir uns damit ins Kollektiv ein.
Die symbolische Funktion der Gesichtsmasken – und der Bilder davon: Als Individuen klinken wir uns damit ins Kollektiv ein.(c) REUTERS (Jennifer Lorenzini)
  • Drucken
  • Kommentieren

Die Coronakrise hat in der nationalen Berichterstattung viele verschiedene Facetten. Die begleitenden Bilder erzählen oft ganz eigene Geschichten. Sie können etwa den Zusammenhalt beschwören oder die Politik still anklagen.

Erinnern Sie sich noch an die Bilder der Ebolafieber-Epidemien aus West- und später Zentralafrika? Leidende, sich krümmende kranke Menschen, ausgemergelte Körper, schreckgeweitete Augen, weinende Kinder. Die Kamera hält drauf. Wieder und wieder. Der Blick westlicher Medien ist oft ein paternalistischer, voyeuristischer und pietätloser, wenn er das Leid des Globalen Südens in publikumswirksame Bilder gießt. Es ist ein Blick, der symbolische Grenzen zieht – zwischen uns hier und denen dort. Dann kam Covid-19 – und mit dem Ausbruch der Pandemie in Europa eine völlig neue Seuchenbilderwelt in Zeitungen und Fernsehen.