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Dritte Festnahme im Fall Ahmaud Arbery

Nicht nur in Georgia kam es zu Solidaritätskundgebungen nach dem Mord an Arbery
Nicht nur in Georgia kam es zu Solidaritätskundgebungen nach dem Mord an ArberyAPA/AFP/GETTY IMAGES/Sean Rayfor
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Der afroamerikanische Jogger wurde von Weißen erschossen. Nach der Festnahme eines Vater-Sohn-Duos nahmen die Behörden einen dritten Verdächtigen fest: Er soll die Tat gefilmt haben.

Im Fall des erschossenen afroamerikanischen Joggers Ahmaud Arbery nahmen Ermittler im US-Bundesstaat Georgia einen dritten Verdächtigen fest. In einem knappen Statement teilten die Behörden mit, dass dem betroffenen 50-Jährigen unter anderem vorgeworfen wird, falsche Angaben über den Tod des jungen Mannes gemacht zu haben. So habe er angegeben, er habe Arbery helfen wollen. Auch ihm wird vorsätzlicher Mord zur Last gelegt. Der Verdächtige war jedenfalls zugegen, als der Jogger in der Stadt Brunswick erschossen wurde - er nahm offenbar mit seiner Handykamera auf, wie ein mittlerweile ebenfalls verhaftetes Vater-Sohn-Duo Arbery bedrängt und getötet haben soll.

Der Fall des 25-jährigen Joggers sorgt für Entsetzen und hat erneut Debatten über Rassismus in den USA angefacht. Arbery wird in Medienberichten als Athlet beschrieben, der regelmäßig trainierte. Das vom Anwalt seiner Familie, Lee Merritt, verbreitete Video zeigt, wie ein Jogger auf einen stehenden Pick-up zuläuft. Als dieser um das Fahrzeug herumläuft, wird er in ein Handgemenge mit einem Mann mit einem Gewehr verwickelt. Ein weiterer Mann auf der Ladefläche scheint zugleich eine Handfeuerwaffe in Anschlag zu bringen. Schüsse sind zu hören.

Ahmaud Arbery wurde beim Joggen getötet
Ahmaud Arbery wurde beim Joggen getötetimago images/UPI Photo

Nach einem Polizeibericht, der von der "New York Times" veröffentlicht worden war, hatte der Vater ausgesagt, der Jogger habe einem Einbrecher ähnlich gesehen, der zuvor auf Videokameras in der Nachbarschaft aufgenommen worden sei. Er habe anschließend seinen Sohn gerufen. Daraufhin hätten sich beide bewaffnet. Sie seien Arbery in ihrem Pick-up hinterhergefahren und hätten ihm zugerufen, sie wollten mit ihm sprechen. Dann hätten sie angehalten. Später gab der Vater an, Arbery habe den Sohn dann angegriffen, es sei zu einem Kampf ums Gewehr gekommen. Der Sohn habe zweimal geschossen.

Merritt, der stets von drei Verdächtigen sprach, warf dem Vater-Sohn-Duo in einer Mitteilung "Mord" vor: "Arbery hatte kein Verbrechen begangen und es gab keinen Grund für diese Männer zu glauben, dass sie das Recht hätten, ihn mit Waffen zu stoppen oder tödliche Gewalt anzuwenden.“ Er nannte die mutmaßlichen Täter Rassisten. Arbery war jedenfalls unbewaffnet. Der Fall hatte sich bereits im Februar ereignet, doch das Video wurde erst viele Wochen später veröffentlicht.

Bei den Hauptverdächtigen handelt es sich um den früheren Polizisten Gregory McMichael (64) und dessen 34-jährigen Sohn Travis.

In der Zwischenzeit kursiert ein anderes Video aus dem Jahr 2017 in sozialen Medien, das zeigt, wie Polizisten in einem Park einen jungen Mann aufhalten und durchsuchen - bei ihm soll es sich um Arbery handeln. Auf dem Video ist ein Polizist zu hören, der sagt, dass es ungewöhnlich sei, dass sich Menschen mit dem Auto hier im Park aufhalten und dass hier Drogen verkauft würden. Nach einem Wortwechsel zücken die Polizisten ihre Waffen und der junge Mann muss auf dem Boden knien. Auch über die Verbreitung dieses Videos wird derzeit viel diskutiert.

 

 

 

 

(APA/red.)