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Design-Austria-Umfrage: Solidarität und Auftragsausfälle

Ergebnisse der Design-Austria-Umfrage.
Ergebnisse der Design-Austria-Umfrage.Design Austria
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Er sei optimistisch, meint Design-Austria-Geschäftsführer Severin Filek angesichts einer unter Mitgliedern durchgeführten Befragung. Das volle Ausmaß der Krise werde sich aber wohl erst in einigen Monaten zeigen.

Man habe sofort reagiert, um die Mitglieder der Interessensvertretung zu unterstützen, sagt Design-Austria-Geschäftsführer Severin Filek. Zum Serviceangebot in der Coronakrise zählte eine Onlinesprechstunde, in der Designer aus allen Sparten etwa über Möglichkeiten, um Unterstützung anzusuchen, informiert wurden.

„Wir haben viel Solidarität gespürt – manche, die meinten, sie kommen nicht viel schlechter als sonst über die Runden, haben, auch wenn sie anspruchsberechtigt sind, auf das Stellen von Anträgen verzichtet, damit die Gelder anderen zugutekommen“, erzählt Filek.

Eine wichtige Initiative von Design Austria war zudem eine umfassende Mitgliederbefragung, die derzeit in die zweite Runde geht. Die Auswertungen der ersten Runde liegen bereits vor, wobei die relativ hohe Rücklaufquote bezeichnend für die Dringlichkeit der Situation sein dürfte.

70 Prozent der Teilnehmenden geben an, dass Aufträge verschoben wurden; bei der Hälfte kam es zu Auftragsstornierungen. „Das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen wird sich wohl erst in den kommenden Monaten offenbaren“, sagt Filek. Es seien, so Filek, die Produkt- und Industriedesigner, bei denen es am schnellsten zu Auftragsausfällen gekommen sei.

Geschuldet war dies auch der Unmöglichkeit, direkte Kontakte zu Kunden zu pflegen oder anzubahnen. Dass etwa der Salone del Mobile in Mailand heuer nicht stattfindet, trifft alle in der Möbelbranche Tätigen hart. Filek gibt sich dennoch optimistisch: „Die Verzweiflung ist unter unseren Mitgliedern nicht ausgebrochen, und ich bin guter Dinge, dass das so bleiben wird.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.05.2020)