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Interview

Anže Logar: „Offenbar lief nicht alles richtig in der WHO“

Anže Logar (geb. am 15.Mai 1976) ist seit März Sloweniens Außenminister.
Anže Logar ist seit März Sloweniens Außenminister.(c) Nebojsa Tejic/STA
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Sloweniens Außenminister Logar zeigt Verständnis für Österreichs Zurückhaltung bei der Grenzöffnung, heißt Touristen in seinem „Covid-freien Land“ willkommen und fordert eine Untersuchung in der WHO, an deren Ende auch der Rücktritt von deren Chef Tedros stehen könnte.

Die Presse: Sind Sie noch enttäuscht, dass Österreich seine Grenze zu Slowenien erst später als zu anderen Nachbarstaaten geöffnet hat?

Anže Logar: Slowenien hat einen Zweistufenplan. Zunächst gibt das Institut für öffentliche Gesundheit grünes Licht für Corona-sichere Länder. Dann vereinbaren wir mit anderen Regierungen die Aufhebung von Beschränkungen. Wir wollten die Grenzen zu Ländern mit guten Infektionszahlen schon im Mai öffnen. Wir schlossen unsere Gespräche zuerst mit Kroatien, dann mit Ungarn ab. Österreich folgte später. Ich hatte viele Kontakte mit Österreichs Außenminister Schallenberg. Am Ende haben wir alle Restriktionen im Dialog aufgehoben.

Slowenien hatte eine niedrigere Infektionsrate als Österreich. Konnten Sie die Zurückhaltung in Wien nachvollziehen?