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Luftverkehr

Körberlgeld durch „Geisterflüge“

Drei Monate lang stand der internationale Luftverkehr praktisch komplett still. Nun beginnen die Fluglinien nach und nach wieder ihren Betrieb – doch nicht immer mit sauberen Mitteln.
Drei Monate lang stand der internationale Luftverkehr praktisch komplett still. Nun beginnen die Fluglinien nach und nach wieder ihren Betrieb – doch nicht immer mit sauberen Mitteln.(c) REUTERS (STEPHANE MAHE)
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Verbraucherschützer warnen: Zahlreiche Fluglinien versuchen ihre Liquiditätsprobleme dadurch zu lösen, indem sie Flüge verkaufen, die sie nie durchzuführen gedenken.

Brüssel. Seit knapp zwei Wochen läuft der Luftverkehr wieder an, und schon zeigt sich nach Einschätzung von Verbraucherschützern eine bedenkliche neue Geschäftspraxis mehrerer Fluggesellschaften: Um ihre nach drei Monaten Lockdown ausgedünnte Liquidität aufzupolstern, verkaufen sie Flüge, die sie nie durchzuführen gedenken. Oft stornieren sie Buchungen binnen Minuten nach Bezahlung. Will oder muss der Verbraucher dennoch zum gewählten Zeitpunkt fliegen, bleiben ihm plötzlich nur exorbitant teure Flüge zur Auswahl. Verlangt er hingegen die ihm zustehende Rückerstattung des Preises, landet er so lange in Telefonwarteschleifen, bis er entnervt aufgibt. Und auch die kostenlose Umbuchung auf einen vergleichbaren Flug verweigern die Airlines. Stattdessen bieten sie bestenfalls Gutscheine an – doch zumeist für Flüge in ferner Zukunft und nicht in der nun stark nachgefragten Ferienzeit.