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Strategie

Investoren finden immer mehr Gefallen an Aktien aus Europa

Immer mehr Anleger loben die Reaktion Europas auf die Coronakrise. Und überlegen Papiere des Kontinents zu kaufen.

Wien. Die europäischen Aktienmärkte haben sich vom Corona-Crash im Februar noch nicht erholt. Doch der Kreis jener, sich vom alten Kontinent überzeugt zeigen, steigt. „Wir erwärmen uns für europäische Vermögenswerte, nachdem die Region ihre politische Reaktion verstärkt hat und relative Erfolge bei der Eindämmung der Virusausbreitung verzeichnet“, sagen die Strategen beim Blackrock Investment Institute.

Die Analysten loben in ihrer Analyse das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank, den geplanten EU-Wiederaufbaufonds von 750 Mrd. Euro, sowie die französischen und deutschen fiskalpolitischen Anreize. Sie sagen auch, dass die strengen Lockdown-Maßnahmen dazu beigetragen haben, die Verbreitung von Covid-19 zu begrenzen. Nachdem die Beschränkungen aufgehoben wurden, habe sich die Mobilität rasch erholt, was für ein schnelles Wiederanziehen der Wirtschaftstätigkeit spreche.

Blackrock behält bei Staatsanleihen der europäischen Peripherie das Anlageurteil „Übergewichten“ bei und erwägt, europäische Aktien hochzustufen. Derzeit raten die Analysten aber noch zu einer Untergewichtung. „Die politische Reaktion Europas auf den Virusschock setzte nur langsam ein - aber es werden beeindruckende fiskal- und geldpolitische Maßnahmen ergriffen, um der Wirtschaft durch die Schockphase zu helfen”, wie es heißt.

Der weltweit größte Vermögensverwalter schließt sich damit einer Reihe von Investoren an, darunter Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America und Eaton Vance, die sich in den letzten Wochen optimistischer bezüglich der europäischen Märkte gezeigt haben. Die Goldman-Strategen rund um Christian Müller-Glissmann haben jüngst die Einstufung der Europa-Aktien auf Drei-Monats- Sicht von Neutral auf Übergewichten erhöht. Dabei verwiesen sie unter anderem auf eine Belebung des globalen Wachstums und den politischen Gegenwind in den USA.

Seit Mitte Mai hat sich der Stoxx Europe 600-Index besser entwickelt als der S&P 500. Teilweise ist dies auf eine Umschichtung der Anleger in zyklische Aktien und günstigere Substanzwerte zurückzuführen. (Bloomberg)