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Demo-Unruhen: Erste Rädelsführer ausgeforscht

PK ERMITTLUNGSSTAND NACH DEN AUSSCHREITUNGEN: AIGNER/NEHAMMER/RAAB
Innenminister Karl Nehammer präsentierte am Freitag erste Ermittlungsergebnisse zu den Vorfällen.APA/HERBERT PFARRHOFER
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Zum Verdacht einer Steuerung aus der Türkei wird noch ermittelt.

Wien. Gab es Einflüsse von ausländischen Staaten oder Geheimdiensten, als vergangene Woche in Wien-Favoriten Demonstrationen von linken und kurdischen Vereinen angegriffen wurden? Innenminister Karl Nehammer präsentierte am Freitag erste Ermittlungsergebnisse zu den Vorfällen, konnte aber die brisante Frage noch nicht beantworten. Die Untersuchungen würden noch laufen, Ergebnisse werde es demnächst geben, so der ÖVP-Minister.

Sehr wohl konnten aber bereits erste Tatverdächtige ausgeforscht werden. Bei acht Personen wurden Straftaten eindeutig zugeordnet. Auch vier bis fünf Rädelsführer sind so gut wie identifiziert. Viele andere würden als Verdächtige geführt. Insgesamt gab es 30 Anzeigen gegen unbekannt, ein Drittel sei nun ausgeforscht, und man werde auch die anderen identifizieren, zeigten sich Nehammer und Polizei-Vizepräsident Franz Eigner überzeugt.

 

Gewalt bewusst gesteuert

Als gesichert gelte, dass es Rädelsführer gegeben habe, die die Gewaltausbrüche bewusst gesteuert hätten. Bei allen Tatverdächtigen handle es sich um ausländische Staatsbürger oder österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund. Laut Eigner waren neben der Hauptgruppe von Türken auch Afghanen und Syrer dabei. Ausgeforscht werden konnten auch drei Tatverdächtige mit türkischem Hintergrund, die einen kurdischen Journalisten krankenhausreif geprügelt hatten.

„Wir sind überzeugt, dass die Demonstrationen bewusst von außen gestört und gelenkt wurden. Die Rädelsführer werden von uns sicher ausgeforscht werden“, sagte Eigner. Er erklärte, dass die Tatverdächtigen ihre Gewaltausbrüche mit Frustration, dem türkisch-kurdischen Konflikt und Revierkämpfen vor der Polizei begründet hätten. (maf)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2020)