Giorgia Meloni
Italien

Die Frau, die „Capitano“ Salvini erzittern lässt

Giorgia Meloni ist neuer Superstar der Rechten – und stellt die Lega in den Schatten.

Rom/Wien. Giorgia Meloni ist die Frau, vor der sich der mächtige Rechtspopulist Matteo Salvini wirklich fürchten muss. Während für den Lega-„Capitano“ jede neue Umfrage eine Hiobsbotschaft enthält, kann sich die Chefin der rechten Fratelli d'Italia freuen: Melonis Popularität wächst ebenso stetig, wie jene Salvinis sinkt.

Offenbar fischt die energische 43-Jährige im Wählerpool des Capitano. Sie ist es auch, die die wackelige Regierung Conte derzeit von der Oppositionsbank aus am Schärfsten attackiert – egal ob bei ihrem strikten Nein zu Krediten aus dem Europäischen Stabilitätsfonds (ESM) oder durch die Empörung über die Autobahnbetreiber-Entscheidungen. Aber ganz anders als Salvini hielt sich die Politikerin während des Höhepunkts der Pandemie mit Kritik am Lockdown zurück – was viele als Zeichen der politischen Reife deuteten.

Wer ist also diese energische Frau mit markantem römischen Dialekt, die Italiens Rechte aufmischt? Die 43-Jährige kommt aus dem neofaschistischen Lager, das seit jeher in Rom einflussreich ist. Bereits als Teenager engagierte sie sich in der Jugendorganisation der neofaschistischen MSI, später schloss sie sich den Postfaschisten von Gianfranco Fini an.