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Bankenskandal

Frequentis: Die hohen Zinsen in Mattersburg

Frequentis entwickelt Software für Sicherheitsbehörden, da darf nichts schiefgehen. Mit der Bank hatte man weniger Glück.
Frequentis entwickelt Software für Sicherheitsbehörden, da darf nichts schiefgehen. Mit der Bank hatte man weniger Glück.(c) ALEXANDRA EIZINGER
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Die Wiener Technologiefirma Frequentis parkte 31 Millionen Euro bei der Commerzialbank Mattersburg. Die Geschäftsbeziehung währte schon lang.

Wien. Die in dieser Woche aufgeflogenen Malversationen rund um die Commerzialbank Mattersburg erschüttern nicht nur das Burgenland. Sie treffen auch viele Unternehmen ins Mark. Sie müssen um ihre Einlagen fürchten, es bleibt ihnen vorerst nur abzuwarten.

Auch die auf Kommunikations- und Informationslösungen spezialisierte Frequentis mit Sitz im zehnten Wiener Gemeindebezirk war Kundin der burgenländischen Bank. Von in Summe rund 87 Mio. Euro, die bei Banken liegen, parkte sie rund 31 Mio. Euro bei dem regionalen Institut. Das entspricht immerhin fast einem Drittel des Gesamtbetrags. Wie kam es dazu?

„Wir sind seit mehr als 20 Jahren Kunde bei der Commerzialbank“, sagt der für Investor Relations zuständige Ansprechpartner Stefan Marin. Das Institut sei damals an die noch viel kleinere Frequentis herangetreten. Die Geschäftsbeziehung entwickelte sich im Laufe der Jahre offenbar gut. So gut, dass daraus Einlagen in der Höhe von 31 Mio. Euro wurden.

Die Bank habe auf Frequentis stets einen soliden Eindruck gemacht, erzählt Marin. Sie habe keine Derivate- oder Fremdwährungsgeschäfte betrieben und Kredite an Häuslbauer vergeben. Auch die Finanzkrise habe das Institut besser als andere gemeistert. „Wir haben uns bei dieser Bank wohlgefühlt“, so Marin.

Grund für die vergleichsweise doch recht hohen Einlagen des börsenotierten Unternehmens bei dem Mattersburger Institut dürften auch die hohen Zinsen gewesen sein, die es bot. „Zuletzt war es mehr als ein Prozent“, sagt Investor-Relations-Mann Marin. Das mag in Zeiten wie diesen, wo Kleinsparer nicht einmal mehr einen halben Prozentpunkt bekommen, ungewöhnlich sein. Für die Regionalbank war es das offenbar nicht. Es war, wie es scheint, Teil ihres Geschäftsmodells.

Branchenkenner sagen, dass Kundeneinlagen bei der Commerzialbank relativ hoch verzinst wurden. Dafür langte sie bei Darlehen kräftiger zu. Zuletzt allerdings sollen die Kredite rückläufig gewesen sein, während die Einlagen nach wie vor zulegten.