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Interview

Hans-Werner Sinn: "Ein Schuldenschnitt ist das Normalste auf der Welt"

Hans-Werner Sinn:
Hans-Werner Sinn (73) über die fehlende Wettbewerbs- fähigkeit der Industrien des EU-Südens: „Wir haben in Europa ein frappierendes Problem und alle möglichen Lösungen sind unbefriedigend.“(c) Stefan Boness / Visum / picturedesk.com (Stefan Boness)
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Der bekannteste deutschsprachige Ökonom, Hans-Werner Sinn, diagnostiziert in Ländern wie Italien die „holländische Krankheit“ und erwartet, dass die EU Richtung Transferunion abdriftet. Einen schönen Ausweg sieht er nicht: „Man kann nur unter den Übeln wählen". Sicher ist für Sinn: Die EZB handelt „hochgefährlich".

Herr Sinn, ich habe gelesen, Sie haben Geld an Italien gespendet?

Hans-Werner Sinn: Ja, zusammen mit meiner Frau für unsere Verhältnisse größere Summen an das Rote Kreuz in Italien und an die Außenstellen verschiedener Städte. Wir haben den Wirtschaftsbeirat Bayern auch für eine Spendenaktion der bayerischen Unternehmen eingeschaltet. Nach den Bildern der Leichentransporte musste man ein Zeichen der Solidarität setzen.

Dann gefällt Ihnen doch sicher auch, dass die EU jetzt auch sozusagen Geld spendet, nämlich über einen EU-Wiederaufbaufonds 390 Milliarden Euro Zuschüsse verteilt?

Das finde ich im Prinzip richtig.

Aber?