Schnellauswahl
Landwirtschaft

Getreideernte heuer besser als erwartet

Getreideernte
Bei der heurigen Getreideernte sei man angesichts der Trockenheit im Frühjahr wie im Vorjahr mit einem blauen Auge davongekommen.imago images/Ulmer Pressebildagentur
  • Drucken

Die heimische Getreideproduktion ohne Mais wird heuer auf rund 3,1 Millionen Tonnen geschätzt und damit im langjährigen Durchschnitt liegen.

Die österreichische Getreideernte wird heuer auf Vorjahresniveau liegen und fällt damit trotz Niederschlägen sogar besser aus als zunächst erwartet. Regional gebe es aber große Unterschiede, hieß es heute bei einer Online-Pressekonferenz von Agrarmarkt Austria (AMA). Österreich sei mit dem Grundnahrungsmittel Getreide heuer ausreichend versorgt und die Qualität sei gut.

Die Coronakrise habe die hohe Resilienz des Getreidesektors entlang der gesamten Wertschöpfungskette gezeigt. Die Versorgung mit Getreide und Getreideerzeugnissen der österreichischen Haushalte sei zu jedem Zeitpunkt sichergestellt gewesen. Man habe es geschafft, das überdurchschnittliche Einkaufsverhalten zu befriedigen.

Es habe am Beginn der Krise eine Verschiebung von der Verarbeitungsindustrie hin zu den Haushaltseinkäufen gegeben, so AMA-Verwaltungsratsvorsitzender Franz Windisch. Die Sattelschlepperportion für die Verarbeitungsindustrie „wurde geswitcht in eine Kilopackerlsituation für die Haushalte".

39 Prozent mehr Teigwaren in Coronakrise

Die Mehlproduktion wurde laut AMA um 26 Prozent erhöht, dann aber durch die gesunkene Vermahlung in den Folgemonaten kompensiert. Während der Covid-19-Krise im März wurden um 39 Prozent mehr Hartweizen (Teigwaren), 27 Prozent mehr Weichweizen, 24 Prozent mehr Dinkel und 10 Prozent mehr Roggen vermahlen. Der Ackerbau sei von einem hohen Technisierungsgrad geprägt, man könne trotz Corona fast wie normal produzieren.

Bei der heurigen Getreideernte sei man angesichts der Trockenheit im Frühjahr wie im vergangenen Jahr mit einem blauen Auge davongekommen, auch wenn die Situation heuer wegen der fehlenden Winterreserve und später erfolgter Niederschläge etwas kritischer gewesen sei, so Windisch.

Die Getreideproduktion ohne Mais wird heuer auf rund 3,1 Millionen Tonnen geschätzt und damit im langjährigen Durchschnitt liegen. Die Gesamtproduktion (mit Mais) werde mit 5,4 Millionen Tonnen ebenfalls auf Vorjahresniveau liegen. Die Verschiebungen innerhalb der Getreideanbauflächen zeige die immer stärkere Marktorientierung der Landwirte, so AMA-Vorstandschef Günter Griesmayr. Auch für den Herbst seien die Aussichten gut, das Jahr 2020 stelle sich für die Kulturen (Mais, Sojabohne, Sonnenblume) bisher als nahezu ideal dar, heißt es von AMA.

Der Klimawandel spielt eine große Rolle in der Landwirtschaft: Die immer häufiger auftretende Trockenheit führt zu einer Änderung bei den Getreidesorten und verstärkt den Herbstanbau, wie etwa von Winterweizen oder Wintergerste.

(APA)