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Luftfahrt

Milliardenverlust für Airbus

Das Unternehmen drosselt seine Produktion.
Das Unternehmen drosselt seine Produktion.APA/AFP/PASCAL PAVANI
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Das Unternehmen drosselt seine Produktion, die Aktie steigt trotzdem.

Toulouse. Nach einem Milliardenverlust im zweiten Quartal wegen der Coronakrise will Airbus die Produktion seiner Erfolgsreihe A350 weiter drosseln. Künftig sollten nur noch fünf der Jets pro Monat gebaut werden, kündigte der Konzern am Donnerstag an. Im April hatte er die monatliche Produktionsrate bereits auf sechs von 9,5 Maschinen gesenkt.

Für das zweite Quartal wies Airbus mit einem Minus von rund 1,4 Mrd. Euro einen höheren Verlust aus als erwartet. Im Vorjahreszeitraum hatte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern noch einen Gewinn von 1,16 Mrd. Euro gemacht. Der Umsatz sank von 30,9 auf 18,9 Mrd. Euro. Die Anleger hatten offenbar Schlimmeres erwartet, die Aktie stieg.

Airbus-Chef Guillaume Faury stellte fest: „Verglichen mit dem, was wir im Vorquartal erwartet haben, dauert die Erholung etwas länger, aber nicht sehr.“ Er gehe nicht davon aus, dass die Produktion kurzfristig, also bis Anfang 2021, wieder hochgefahren werde. Es sei aber recht wahrscheinlich, dass die Produktionsraten bei den Kurzstreckenmaschinen 2022 wieder erhöht werden. Bei den Langstreckenflugzeugen werde es wohl länger dauern.

 

Auch Boeing schwächelt

Am Vortag hatte auch der amerikanische Konkurrent Boeing angekündigt, die Produktion seiner Erfolgsreihen 787 und 777 weiter zu kürzen. Zudem werde das Hochfahren der 737-MAX-Herstellung verschoben. Der Umsatz von Boeing war im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 11,81 Mrd. Dollar abgestürzt.

Faury sagte, die Konsequenzen der Pandemie zeigten sich nun deutlich. Im ersten Halbjahr seien nur halb so viele Verkehrsflugzeuge ausgeliefert worden wie im Vorjahreszeitraum. Der operative Mittelabfluss liege bei 12,4 Mrd. Euro. 4,4 Mrd. Euro davon seien im zweiten Quartal angefallen. Noch nicht in den Zahlen enthalten seien die Kosten für den geplanten Stellenabbau. Diese dürften zwischen 1,2 Mrd. Euro und 1,6 Mrd. Euro liegen. Anfang Juli hatte der Konzern mitgeteilt, wegen des Einbruchs der Flugzeugnachfrage 15.000 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. (Reuters/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2020)