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Formel 1

Triumphaler Heimsieg mit kaputtem Reifen

British Grand Prix
Reifenschaden bei HamiltonPool via REUTERS
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Lewis Hamilton fährt allen auf und davon, der Brite feierte selbst mit Reifenschaden seinen siebenten Silverstone-Sieg und nähert sich unaufhaltsam allen Schumacher-Rekorden. „Richtig Rennfahren ist eben eine hohe Kunst!“

Silverstone. Die Formel 1 wird einem Vorurteil auch in dieser Saison gerecht: nach der ersten Kurve ist das Rennen entschieden. Also fuhr der Brite Lewis Hamilton auch beim GP von Großbritannien ein einsames Rennen, der 35-jährige Mercedes-Star gewann zum siebenten Mal in Silverstone. Selbst ein Reifenschaden (vorne links), der ihn in der letzten Runde bremste, stellte das Klassement nicht auf den Kopf. Hinter ihm fuhren RB-Pilot Max Verstappen und Charles Leclerc (Ferrari) ins Ziel, Hamilton führt weiterhin klar in der WM.

Es ist sein 87. GP-Sieg, der Brite nähert sich damit unaufhaltsam den anvisierten Bestmarken von Michael Schumacher. Nur noch vier GP-Siege trennen Hamilton vom Deutschen. Und keiner hat nach dem vierten Saisonrennen noch Zweifel, dass er nicht den siebenten WM-Titel gewinnen wird.

Heimsiege haben für Hamilton besonderen Wert, denn er wuchs in Stevenage auf, das 80 Kilometer von Silverstone entfernt ist. Der Rennstall ist in Brackley und Brixworth ansässig, auch nur mehr oder minder einen Katzensprung entfernt. Dass der neue Dreijahresvertrag unterschriftsreif parat liegt, versteht sich von selbst. Aber, wie stuft Hamilton eigentlich seine Fahrten selbst ein? „Die hohe Kunst ist, die Reifen gut zu managen, die Batterie. Du suchst die richtigen Abstände – und machst einfach keine Fehler.“

„Hulk“, der Pechvogel

Es war nicht das Rennwochenende für Racing Point. Zuerst wurde bekannt, dass der Mexikaner Sergio Pérez auf Covid-19 positiv getestet wurde und für den GP von Großbritannien ausfällt. Binnen weniger Stunden war mit Nico Hülkenberg Ersatz parat. Der 32-Jährige war seit 2019 und 177 GP nicht mehr in der F1 unterwegs gewesen, 15 Minuten vor seiner offiziellen Präsentation drehte er schon eine Runde im Rennwagen. Er saß stundenlang am Simulator, brillierte im Training, meisterte das Qualifying (13.) und man rechnete sich WM-Punkte aus. Dabei ist seine Nackenmuskulatur nicht dort, wo sie für F1-Fahrer sein muss; er wollte insgeheim nur die Zielflagge sehen.

Doch daraus wurde nichts, dann wurde aus „Hulk“ schon vor dem Start zum Pechvogel: „technische Probleme“ am Rennauto, auf Deutsch: Motorschaden.

Hülkenberg könnte trotzdem noch zu einem Start kommen. Sollte Pérez im Lauf der Woche (Deadline Donnerstag) keinen negativen Test abliefern, sitzt Hülkenberg beim zweiten England-GP im Pink-Cockpit. Das habe ihm Teamchef Otmar Szafnauer bereits zugesichert. Freilich nur dann, wenn das Auto hält . . . (fin)