Schnellauswahl
Libanon

Die Explosion von Beirut bringt die Regierung zu Fall

Ein Demonstrant am Sonntag beim Beiruter Hafen, dem Schauplatz der Explosion vergangene Woche
Ein Demonstrant am Sonntag beim Beiruter Hafen, dem Schauplatz der Explosion vergangene WocheREUTERS
  • Drucken
  • Kommentieren

Preminister Diab tritt zurück, mehrere Minister waren ihm tagsüber zuvor gekommen – ein politischer Neubeginn scheint unvermeidlich. Doch die korrupte Elite des Landes sträubt sich bisher dagegen.

Tunis/Beirut. Bis zuletzt klammerten sich die Verantwortlichen in Beirut an ihre Macht. Sechs Tage nach der Monsterexplosion im Hafen jedoch wuchs der nationale und internationale Druck, der die libanesische Regierung ins Wanken und schließlich zu Fall brachte. Den Anfang machte am Sonntag mit ihrem Rücktritt Informationsministerin Manal Abdel Samad. Bis Montagnachmittag folgten drei weitere Kabinettskollegen. Am Abend dann fiel schließlich die gesamte Regierung. Ministerpräsident Hassan Diab und die restliche Regierung traten zurück. Diab erklärte, sein Kabinett stehe geeint mit dem Volk im Ruf nach Gerechtigkeit für „dieses Verbrechen“.

In einer Fernsehansprache machte Diab am Montagabend die weit verbreitete Korruption in seinem Heimatland für die gewaltige Detonation mitverantwortlich. Diab sagte, die Korruption sei größer als der Libanon. Einigen gehe es nur darum, politische Punkte zu erzielen. Im Zentrum der Hauptstadt Beirut kam es am Abend zu neuen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten.

Mehr erfahren

"Schnell handeln"

Libanon: Hilfe für einen Staat am Abgrund

Explosion

Zorn und Zerstörung in Beirut

Analyse

Der Zorn der arabischen Jugend

Explosionskatastrophe

Die Wut der Libanesen über den Totalausfall des Staats

Libanon

Inferno in Beirut: Todesstoß für einen gescheiterten Staat?