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Leitartikel

Für Sanktionen gegen Russland reichen die Beweise noch nicht aus

APA/dpa/Kay Nietfeld
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Es ist plausibel, dass der russische Staat hinter dem Giftanschlag auf Nawalny steckt. Doch solang es nicht gesichert ist, sollte die EU keine Strafe verhängen.

Russlands Führung kann noch so viel vernebeln, desinformieren, dementieren. Es gibt keinen Anlass, am Befund der Berliner Charité-Klinik und der deutschen Bundeswehr zu zweifeln: Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny wurde mit einer Substanz aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Es handelt sich um einen chemischen Kampfstoff, der nicht im Drogeriemarkt erhältlich ist, sondern in hochspezialisierten Labors hergestellt wird. Das verwendete Gift deutet darauf hin, dass hinter dem Anschlag ein Akteur aus den Reihen der Geheimdienste steckt. Auch nach einem Motiv muss man nicht lang suchen. Wer dem Chef der russischen Opposition Nowitschok verabreicht, während im benachbarten Belarus eine Protestbewegung mutig den Rücktritt des Autokraten fordert, sendet eine unmissverständliche politische Botschaft aus: Probiert das ja nicht in Russland!