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Auf Schiene

Das grüne Verkehrs-Prestigeprojekt

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Ab dem kommenden Jahr sollen die Österreicher um drei Euro am Tag im ganzen Land Bahn fahren.Getty Images
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Einen Teil der Antwort auf das Klimaproblem im Verkehrsbereich will die Regierung schon im kommenden Jahr geben: Das 1-2-3-Ticket soll 2021 eingeführt werden. Doch damit das gelingt, müssen noch einige Probleme gelöst werden.

2021, im Jahr eins nach Corona, soll wieder mehr Platz sein für Klimapolitik in Österreich. Bereits Mitte des Sommers machte der heimische Ministerrat den Weg frei für das Prestigeprojekt der Grünen: die Einführung des 1-2-3-Tickets im kommenden Jahr.

Doch während verschiedene NGOs darüber jubeln, sehen Kritiker noch eine Reihe offener Probleme. Manche, wie der burgenländische Landeshauptmann, Hans Peter Doskozil, stellen das Ticket infrage. Was bringt und was kostet das Ticket, und wie groß sind die Probleme wirklich? „Die Presse“ gibt die Antworten:

1. Was ist das 1-2-3-Ticket für den öffentlichen Verkehr eigentlich genau?

Das 1-2-3-Ticket soll den öffentlichen Verkehr österreichweit günstiger und leichter konsumierbar machen, so der Plan der dafür zuständigen grünen Verkehrsministerin, Leonore Gewessler. Um 365 Euro (einen Euro pro Tag) sollen sämtliche öffentliche Verkehrsmittel in einem Bundesland, für 730 Euro (zwei Euro pro Tag) in zwei Bundesländern und für 1095 Euro (drei Euro pro Tag) in ganz Österreich benützbar sein. In Wien gibt es ein entsprechendes Bundesland-Ticket bereits seit 2012, auf Bundesebene stand zumindest das österreichweite Ticket schon in einer Reihe von Regierungsprogrammen, wurde aber nie umgesetzt.

Im Klimaministerium erwartet man, dass ein bis zwei Jahre nach Einführung des österreichweiten Tickets rund 100.000 Menschen sich ein solches besorgt haben werden. Viele davon würden „bares Geld“ sparen, weil sie schon jetzt ähnliche Produkte wie die – knapp 2000 Euro teure – Österreich-Card der ÖBB besitzen. Für andere würde erst der attraktive Preis dazu führen, sich eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr zu besorgen. Dass es ein entsprechendes Potenzial gäbe, zeige die Schweiz. Dort haben rund 550.000 Menschen das General-Abonnement.