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Griechenland

Moria: Nur wer ins Zeltlager geht, kann auf Asyl hoffen

Refugees and migrants from the destroyed Moria camp are seen inside a new temporary camp, on the island of Lesbos
Eines der provisorischen Zeltlager auf Lesbos.REUTERS
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Der griechische Migrationsminister hat angekündigt, dass nur mehr Asylanträge von jenen bearbeitet werden, die das provisorische Zeltlager bezogen hätten.

 

Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis hat alle obdachlosen Migranten auf Lesbos dazu aufgerufen, umgehend das neue, provisorische Zeltlager zu beziehen. Es sei ihre Pflicht, sagte Mitarakis. "Ab kommenden Montag werden Asylverfahren nur für jene bearbeitet, die im Lager sind", erklärte der Minister am Montag im griechischen Radiosender Parapolitika.

Abermals warnte Mitarakis jene Migranten, die andere daran hinderten, das provisorische Zeltlager zu beziehen, das die Behörden in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Hilfsorganisationen errichtet haben. "Wir wissen genau, um wen es sich handelt", sagte er mit Blick auf einen kleinen Teil der Personen, die als Unruhestifter gelten. Sie hätten vergangene Woche das Feuer gelegt, das das Camp in Moria zerstört habe. Griechenland lasse sich nicht erpressen, fügte er hinzu.

Das in den vergangenen Tagen errichtete Zeltlager könne jetzt mehr als 5000 Migranten aufnehmen, sagte Mitarakis. In den kommenden Tagen solle es weiter ausgebaut werden, bis alle 12.000 Migranten, die jetzt obdachlos sind, untergebracht werden.

Migranten demonstrieren

Am Montag gingen zahlreiche Migranten erneut auf die Straßen von Lesbos und forderten, dass sie nach Westeuropa gebracht werden. Die überwiegend aus Afghanistan stammenden Demonstranten skandierten "Azadi! Azadi!" (Freiheit-Freiheit) berichtete das Staatsfernsehen (ERT).

Der Asylbeauftragte des Migrationsministeriums, Manos Logothetis, warnte indes, dass der "Taktik von Moria" bald andere Aufnahmezentren auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos folgen könnten. Die Menschen müssten so schnell wie möglich in provisorischen Zeltlagern unterkommen, bis ein neues Aufnahmelager gebaut werde, erklärte Logothetis der griechischen Tageszeitung "Kathimerini" (Montag). "Alles andere würde bedeuten, dass alle bisher unternommenen Anstrengungen zur Begrenzung der Flüchtlingsströme und zur Entlastung der Inseln zunichte gemacht würden", sagte er.

"Mach es wie in Moria" könne zum neuen Slogan der Lager werden. Deshalb sei es ausgeschlossen, einen großen Teil der Menschen von der Insel zu holen. Ausnahmen hatte Athen in den vergangenen Monaten immer wieder für besonders schutzbedürftige Migranten und für Familien gemacht, nicht zuletzt, um das überfüllte Lager zu entlasten.

 

(APA/dpa)