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Emmys: Wenn große Roben auf der Couch Platz nehmen

Schauspieler Billy Porter in einem Look von Ashi Studio.
Schauspieler Billy Porter in einem Look von Ashi Studio.(c) APA/AFP/American Broadcasting Companies,/- (-)
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Bei den virtuellen Emmys wollten viele Stars nicht auf den Glamour des roten Teppichs verzichten. Und konnten auch in Do-It-Yourself-Manier die Hollywood-Maschinerie ein Stück weit zum Laufen bringen.

„Come as you are, but make an effort“, also „Komm, wie du bist, aber bemühe dich", lautete der mehr oder minder offizielle Dresscode der 72. Primetime Emmy Awards, die durch die Coronavirus-Pandemie heuer vor den Bildschirm verlegt wurde. Und das nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Stars selbst, die mittels Zoom zugeschaltet wurden.

Ein Präzedenzfall, auch, was den roten Teppich anbelangt. Luxus-Pyjamas wurden im Vorfeld von einigen Medien als der große Trend bei den Emmys proklamiert, doch tatsächlich dominierten große Roben den Abend.

Es schien fast so, als hätte Hollywood nur auf die Gelegenheit gewartete, endlich wieder in alte Routinen zu verfallen, die Maschinerie aus Stylisten, Modehäusern, Make-up-Artists und Fotografen wieder zum Laufen zu bringen - und damit auch einer Industrie, die in den letzten Monaten stark gelitten hat, unter die Arme zu greifen.

Denn viele Stars betrieben wohl ähnlich, wenn nicht gleich viel Aufwand wie für einen „realen“ Catwalk. Tracee Ellis Ross posierte in ihrem Garten etwa auf ihrem ganz persönlichen roten Teppich und trug dabei eine goldene Robe von Alexandre Vauthier - Couture versteht sich - die wohl auch für die Oscars angemessen gewesen wäre. Dass der Red Carpet nur etwa drei Meter lang war und die Zurufe von Fotografen sowie das Klicken der Kamera von ihren Freunden erledigt wurde, ist dabei Nebensache.

Große Auftritte legte aber auch Regina King in einer blauen Couture-Robe von Schiaparelli hin, Zendaya in Armani Privé und Christopher John Roger oder Kerry Washington in Dolce & Gabbana. Auf die passenden Accessoires, Haar- und Make-up sowie professionelle Aufnahmen von Fotografen wurde ebenfalls Wert gelegt. Schauspielerin Rachel Brosnahan war eine der wenigen, die tatsächlich die Luxus-Pyjama-Variante wählte, sich mit Ehemann Jason Ralph und den beiden Hunden aber auch hochprofessionell in Szene setzten ließ.

Die Nahbarkeit, die man sich von einem Emmy-Wohnzimmer-Format erwartet hätte, blieb aus. Wer als Zuschauer Einblicke in die Villen der Stars oder auch „Bookshelf Porn“ erwartete, also ein Blick ins private Bücherregal etwa, wurde größtenteils enttäuscht. Nur wenige Prominente zeigten sich bei den Wohnzimmer-Emmys tatsächlich von ihrer häuslichen Seite.

Es scheint fast so, als würden sich die Stars nur in großen Roben wie sie selbst fühlen. Darüber kann auch ein Bild mit Augenpads und Schlafanzug im Anschluss an die Veranstaltung nicht hinwegtäuschen. Es kann aber natürlich auch sein, dass Promis einfach nur genug von ihrem „Home-Office“ haben.