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Volksoper

Tanz mit Gorillas und Gottesfurcht

++ HANDOUT ++ VOLKSOPER: BALLETT-PREMIERE 'HOLLANDS MEISTER'
Seltsame Verrenkungen, humorvolle Choreografie: Davide Dato, Fiona McGee und Denys Cherevychko in "Skew-Whiff" an der Volksoper.WIENER STAATSBALLETT/ASHLEY TAYL
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Der Ballettabend „Hollands Meister“ beginnt humorvoll und endet schwer. Das Staatsballett ist in Topform. Ein gelungener Einstand für den neuen Ballettchef Schläpfer.

Spaß muss sein – gerade in Coronazeiten –, das hat sich Wiens neuer Ballettdirektor, Martin Schläpfer, offenbar gedacht und seine erste Saison mit dem launigen Stück „Skew-Whiff“ von 1996 eröffnet. Frisch und energiegeladen, als hätte es die lange Bühnenpause nicht gegeben, vollführten drei Tänzer und eine Tänzerin die seltsamen, technisch anspruchsvollen Verrenkungen, die diese Choreografie erfordert.

Davide Dato, Denys Cherevychko, Masayu Kimoto geben zur Ouvertüre von Rossinis „La gazza ladra“ („Die diebische Elster“) mit ihrem effektvollen Trommelwirbel ein testosterongesteuertes Trio, das angeberisch die Muskeln spielen lässt, sich in den Schritt greift (als würden sie für einen Auftritt als Michael-Jackson-Lookalikes üben) und an brünftige Gorillamännchen erinnert, kaum betritt Fiona McGee mit einem kecken „Hello“ und wedelndem Po die Bühne. Sie stiftet in der Folge äußert amüsant Verwirrung.

Pointierter, frecher Auftakt

Als sich die Choreografen Sol León und Paul Lightfoot das ausgedacht haben, tanzten sie selbst noch am Nederlands Dans Theater 1 und kreierten das Stück für die Schwester-Compagnie, das NDT 2. Weil sie kaum Zeit hatten, gingen León und Lightfoot nach den Vorstellungen oder Proben ins Studio und entwickelten die einzelnen Passagen. „Wir haben zur selben Zeit gestritten und gelacht“, beschreibt León die Stimmung. Die Tänzer bekamen Aufnahmen davon und arbeiteten daran.