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++ THEMENBILD ++ CORONAVIRUS / SCHUTZMASKEN / MNS-TRAGEPFLICHT / MASKENPFLICHT
APA/HELMUT FOHRINGER
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Corona wäre ein guter Anlass, ganz grundsätzlich neu zu vermessen, was der Staat darf – und was er nie, egal unter welchen Umständen, dürfen soll.

Eine moderate Haltung zu vertreten, die von kühlem Kopf getragen wird, ist unter den Bedingungen der Aufmerksamkeitsökonomie und ihrer üblen Brandbeschleuniger, der überhaupt nicht sozialen Medien, keine besonders erfolgversprechende publizistische Strategie. Wo nur Lautstärke, Zuspitzung und permanenter Krawallmodus Chancen haben, wahrgenommen zu werden, grenzen Abwägung, Moderation und Verhältnismäßigkeit des Denkens an Selbstmarginalisierung.

In ganz besonders hohem Ausmaß gilt das für die Debatte rund um die Coronapolitik, die längst den Charakter eines Glaubenskrieges angenommen hat, in dem der Scheiterhaufen für die Andersgläubigen als lindeste Form der Überzeugungsarbeit gilt. Umso wohltuender war, was der österreichische Schriftsteller Daniel Kehlmann („Till“) jüngst in einem Interview mit der „Welt“ formuliert hat. Der Autor, im Frühjahr noch vehementer Kritiker der deutschen und österreichischen Coronapolitik, die er damals als unverhältnismäßig repressiv anprangerte, sieht das heute wesentlich entspannter. „Wir haben uns doch unser normales Leben zu einem großen Teil wieder zurückgeholt“, meint er. „Ich habe gesehen, dass der Drang des Menschen zur Freiheit und zu einem selbstbestimmten Leben doch stärker ist als die Angst.“