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Leitartikel

Ein Budget des Weiter­wurstelns in einer Zeit der Umbrüche

APA/ROLAND SCHLAGER
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Der Untertitel für Blümels Budget lautet auf gut Österreichisch: Keine außergewöhnlichen Kraftanstrengungen nötig, wir schaffen das schon irgendwie.

Die Bedeutung der Budgetrede des Finanzministers wird wohl in keinem Parlament so eindringlich unterstrichen wie im britischen Unterhaus. Denn nur am Tag der Budgetrede des Schatzkanzlers ist dort im Plenarsaal Alkohol gestattet. Es ist zwar schon eine Weile her, dass sich ein Minister oder ein Abgeordneter einen Schluck Whisky gegönnt hat, aber allein die Möglichkeit zeigt, was an diesem Tag auf dem Spiel steht.
Finanzminister Blümel nippte am Mittwoch bei seiner Rede in der Hofburg nicht einmal am Wasserglas. Das einzig Hochprozentige, das er zu bieten hatte, war die steigende Staatsverschuldung. Das einzig Beruhigende, das er zu verkünden hatte, war der Satz: „Wir können uns die Antwort auf die Krise leisten.“

Österreichs Finanzminister haben es sich schon immer leisten können, nicht so genau ins Portemonnaie schauen zu müssen. So wie Blümel durften sie seit jeher auf den „Fleiß der Arbeitnehmer“ und die „Kreativität der Unternehmer“ setzen. Vor allem aber auf ihre Gutmütigkeit.