Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Klima

Wie die EU-Klimaziele erreicht werden können

Der größte Solarpark Bulgariens
Zur Erreichung der EU-Klimaziele bedarf es eines strukturellen Umbaus der Energieversorgung.(c) Enery (Enery)
  • Drucken
  • Kommentieren

Ein Großteil der Emissionen kann im Energie- und Verkehrssektor eingespart werden. Anfangs sind die Kosten hoch, später vor allem die Erträge.

Die Europäische Union hat sich in Sachen Klimaschutz ambitionierte Ziele gesetzt. Im September hat die Kommission vorgeschlagen, den Ausstoß von Treibhausgasen noch deutlicher zu reduzieren, als ursprünglich geplant. Bis 2030 sollen um mindestens 55 Prozent weniger ausgestoßen werden, als noch 1990. Beim EU-Gipfel Ende der Woche will Ratschef Charles Michel den Weg dorthin präzisieren. Bis 2050 will die EU dann komplett klimaneutral sein.

Dafür ist aus heutiger Sicht aber noch viel zu tun. Um die hochgesteckten Ziele tatsächlich erreichen zu können, bedarf es nämlich Emissions-Einsparungen in sämtlichen Wirtschaftsbereichen. Das Beratungsunternehmen Capgemini Invent zeigt in einer am Mittwoch präsentierten Studie Technologie-Initiativen auf, wodurch der CO2-Ausstoß in Europa signifikant reduziert werden könnte. Die Studie analysiert Einsparungspotenziale in den Bereichen Energieversorgung, Gebäude und Bauwesen, Industrie, Transport sowie Nahrungsmittel und Landwirtschaft.

Erst hohe Kosten, dann hohe Erträge

Die größtmöglichen Einsparungen sehen die Studienautoren im Bereich der Energieversorgung, gefolgt vom Transport und der Gebäudesanierung. Insgesamt untersuchte die Studie mehr als 200 Klimatechnologien, an denen derzeit geforscht wird oder die zum Teil schon zum Einsatz kommen. Das Ergebnis: Alleine die 55 erfolgsversprechendsten Initiativen würden ausreichen, um die EU-Klimaziele bis 2050 zu erfüllen. Dabei könnten zudem knapp 13 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen.

Das Problem dabei: Der Weg dorthin ist teuer. Alleine die in der Studie vorgestellten Innovationen würden jährlich rund 144 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen erfordern. Zwischen 2030 und 2050 soll das Wertschöpfungspotenzial dann jedoch bei rund 12,9 Billionen Euro liegen.

Leitfaden für Entscheidungsträger

Die Studienautoren sehen ihren Bericht als Leitfaden für politische Entscheidungsträger, Investoren und Unternehmen. Damit wollen sie Wege aufzeigen, die europäische Wirtschaft nachhaltig umzugestalten. „Zahlreiche vielversprechende Klimatechnologien sind in der Pipeline, müssen jetzt aber schnell hochskaliert werden“, sagt Ann Mettler, Senior Director vom Energie-Netzwerk Breakthrough Energy, das die Studie in Auftrag gegeben hat. Das Netzwerk, das von Bill Gates und den weltweit führenden Technologie- und Wirtschaftsführern gegründet wurde, hat das Ziel, den Übergang zu einer Zukunft mit sauberer Energie zu beschleunigen.