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Warum lieben wir das Denkmal nur so?

Der altmexikanische Federschmuck aus dem WeltmuseumKHM-Verband
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Man könnte mit Corona-Denkmälern zumindest warten, bis die Seuche besiegt ist. Bei dieser Flut an Monumenten bekommt man Platzangst.

So fragil, dass man den Atem davor anhalten möchte. Man sieht dem smaragdgrün schimmernden Federwunderwerk dieses einzig erhaltenen altmexikanischen Federkopfschmucks in seiner erdbebensicheren Vitrine im Weltmuseum die Brüchigkeit an, versteht sofort, dass dieses nur 800 Gramm leichte, ein halbes Jahrtausend Geschichte schwere Monument der zerstörten Aztekenkultur keine Erschütterung, schon gar keine Reise unbeschadet überstehen würde. Was sogar mexikanische Forscher 2012 feststellen mussten, hielt Mexikos Präsidenten am Montag aber nicht von einem Tweet ab, in dem er auf einer Leihgabe, nicht einmal Rückgabe bestand. Ebenfalls ein, immerhin temporäres, Denkmal billiger Kulturpropaganda.