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Ungarn

Alle gegen Orbán: Ungarns Opposition sucht gemeinsamen Gegenkandidaten

Ungarns Regierungschef Viktor Orbán hat 2022 bei den Wahlen in Ungarn vermutlich eine geeinte Opposition gegen sich.
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán hat 2022 bei den Wahlen in Ungarn vermutlich eine geeinte Opposition gegen sich.REUTERS
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Sechs Parteien wollen sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Wahl 2022 einigen. Der Spitzenkandidat soll durch Vorwahlen ermittelt werden und in einem Jahr feststehen.

Die sechs wichtigsten ungarischen Oppositionsparteien wollen bei der nächsten Parlamentswahl 2022 einen gemeinsamen Kandidaten für den Posten des Ministerpräsidenten ins Rennen schicken. Darauf einigten sich die links-liberale Demokratische Koalition (DK), die sozialdemokratische Ungarische Sozialistische Partei (MSZP), die liberale Partei Momentum, die rechte Partei Jobbik (Die Besseren), die Öko-Partei Politik kann anders sein (LMP) und die links-grüne Partei Dialog.

Die Parteien teilten dies in einer gemeinsamen Erklärung mit, die sie am Montag auf dem Portal hang.hu veröffentlichten. Einigung wurde auch darüber erzielt, den gemeinsamen Spitzenkandidaten durch Vorwahlen zu ermitteln. Außerdem wollen die sechs Parteien in allen 106 Einzelwahlkreisen mit jeweils gemeinsamen Kandidaten antreten. Der Spitzenkandidat und die Direktkandidaten sollen bis zum 23. Oktober 2021 benannt sein.

Einzelwahlkreise und proportionale Mandatsverteilung

Das EU-Land hat ein kompliziertes Wahlsystem, das Elemente der Listenwahl mit denen der Direktwahl verbindet. 106 der 199 Abgeordneten werden in Einzelwahlkreisen direkt gewählt. Die übrigen 93 Sitze werden proportional über Listen verteilt. In der Vergangenheit erlaubte dies der Orbán-Partei Fidesz immer wieder, sich mit weniger als 50 Prozent der Stimmen eine verfassungsändernde Zwei-Drittel-Mehrheit zu sichern.

Das lag auch daran, dass die bis dahin zersplitterte Opposition angesichts des stark mehrheitswahlrechtlichen Charakters des Systems nur Nachteile hatte. Bei landesweiten Kommunalwahlen 2018 trat sie jedoch weitgehend vereint an und konnte in der Hauptstadt Budapest sowie den meisten Großstädten gewinnen.

(APA/dpa)