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Slowakei

IAEA ortet viele Mängel bei Block 3 von AKW Mochovce

Das slowakische Kernkraftwerk Mochovce.
Das slowakische Kernkraftwerk Mochovce.(c) AFP (VLADIMIR SIMICEK)
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Umwelt-NGO veröffentlicht heiklen Bericht.

Bratislava/Wien. Eine Untersuchung der in Bau befindlichen Reaktoren 3 und 4 des slowakischen Kernkraftwerks Mochovce Ende 2019 durch die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO in Wien zeigt laut Bericht der Umweltschutz-NGO Global 2000 vom Sonntag „massive Sicherheitsmängel“ auf. Sogar der slowakische Geheimdienst kritisiere „die Sicherheitskultur und Korruption in Mochovce“.

Der IAEO-Report nach einer „Pre-Operational Safety Review“ im November und Dezember konkret bei Reaktor 3 sei laut Global 2000 von der Betreiberfirma verheimlicht worden und stelle ein „vernichtendes Zeugnis“ zum Zustand der Baustelle aus: Es gebe 22 Problemfelder und Dutzende Verbesserungsnotwendigkeiten. Und die sichere Inbetriebnahme sei nicht gewährleistet.

Tatsächlich macht der Bericht viele positive Feststellungen etwa bezüglich Technik, Notfallplänen, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationspolitik der Betreiber. Doch gibt es viele Bemerkungen, die salopp gesagt Schlamperei und Nachlässigkeit andeuten. Etwa, wenn Schweißarbeiten ohne Schutzmaßnahmen erfolgen, die Feuerwehr versperrte Türen vorfindet und keine Schlüssel hat und Kühlwasserbecken überlaufen. Management und Arbeitern wird eine „Schau ma mal“-Attitüde attestiert.

Kurz nach der Inspektion 2019 hatte die IAEA zwar gemeldet, dass den Betreibern die Sicherheit klar wichtig sei. Allerdings wurde bereits „ein integrierter und strategischer Ansatz“ eingemahnt, um die sichere Indienststellung zu gewährleisten.

Der Chef des slowakischen Geheimdienstes SIS, Vladimír Pcolinský, beklagte laut Global 2000 jüngst Probleme und Korruption in Mochovce. Die Blöcke 1 und 2 gingen 1998 und 2000 ans Netz; die Arbeit an Nummer 3 und 4 wurde aus Geldmangel gestoppt und 2008 fortgesetzt. Block 3 sollte diesen Dezember ans Netz gehen. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2020)