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Bild von 1990: Ein Jahr später war endgültig Schluss mit dem antiquierten Trabant. In der DDR kam er zeitweise auf fast 50 Prozent der Autokäufe.
Motor

Sachsens Hoffnung auf das Elektroauto

Wo vor 30 Jahren die Produktion des rollenden DDR-Mahnmals Trabant geendet hat, rollen heute die ersten Elektroautos von Volkswagen vom Band.

Selbst ein fabriksneuer, auch da nicht glänzender Trabbi zog stets eine giftblaue Schleppe aus dem Auspuff hinterher, Emissionen und Abgasreinigung zählten nicht zu den brennendsten Themen der Automobilfertigung in der DDR. Das änderte sich zwar mit dem allerletzten Modell des Trabant, genannt 1.1, das statt des kleinen, betont simpel ausgeführten Zweitaktmotors mit seinem Ring-Ting-Ting-Klang einen modernen Vierzylinder von Volkswagen trug. Aber da war es längst zu spät: Das Auto hatte zwar einen neuen Motor, den Rest aber hatte man mangels Budget, und wohl auch Perspektiven, beim Alten belassen: bei der direkt aus den 1960ern stammenden Konstruktion samt Außenhaut aus Duroplast (in Kunststoff getauchte Presspappe).

Überlebt. Zwar gab es nicht viele billigere Autos auf dem Markt, aber wohl auch kein erbärmlicheres – die Produktion des Trabant 1.1 endete im sächsischen Zwickau nach weniger als einem Jahr, und damit auch das Kapitel aller DDR-Autos. Das war 1991, eine Zeit, als Volkswagen längst in die Bresche gesprungen war, zunächst noch paktierend mit dem DDR-Regime, das 1989 kollabierte. Volkswagen brauchte nicht nur weitere Produktionsstandorte für die zu erwartenden neuen Absatzmärkte in Ostdeutschland, man wusste speziell in Sachsen auch auf eine lange Tradition im Automobilbau zurückzugreifen – Rudimente davon, etwa das gut entwickelte Ingenieurwesen, hatten sich in der Region trotz aller planwirtschaftlicher Geniestreiche der DDR gehalten.