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Österreich, die Rodel-Macht im Eiskanal

Madeleine Egle, 22, fährt in Königssee erstmals auf das Podest.
Madeleine Egle, 22, fährt in Königssee erstmals auf das Podest.Imago Images
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Madeleine Egle, 22, fährt in Königssee erstmals auf das Podest. Die Staffel gewinnt die WM-Generalprobe.

Königsee. Kunstbahnrodeln ist nicht nur eine hohe Kunst, sondern verlangt auch das beste Material. Schlitten und Kufen sind teuer, der richtige Schliff ist Gold wert und, wie die Zusammenarbeit des deutschen Verbands mit Automobilherstellern zeigt, auch Folge langjähriger Forschung in Strömungskanälen. Nicht umsonst waren deutsche Rodler jahrelang die Nummer eins. Jetzt beginnt Österreich, ganz langsam, an diesem Status zu sägen.

Die Team-Staffel gewann sensationell die WM-Generalprobe in Königssee. Madeleine Egle zauberte einen Traumlauf in den Eiskanal, Nico Gleirscher (4. im Einzel) und die im Doppelsitzer-Weltcup führenden Thomas Steu und Lorenz Koller ließen ebenso nichts anbrennen. Ob das ein Omen für die WM (ab 29. Jänner) ist?

 

Das Strahlen der Rinnerin

Madeleine Egle, 22, jubelte am Königssee aber auch über einen Podestplatz im Einzel. Die Rinnerin wurde Dritte und feierte ihre Stockerl-Premiere. In ihrem 41. Rennen stand die Tirolerin erstmals auf dem Treppchen, ihr Strahlen sprach Bände. Vor allem auch, weil sie zuletzt dreimal in Folge Vierte war und schon an ihrem Set-up zu zweifeln begonnen hatte. Dass die deutschen Damen weiterhin die Hausmacht sind, darf nicht verschwiegen werden. Den Sieg sicherte sich Julia Taubitz vor Natalie Geisenberger, sie verteidigte mit ihrem siebenten zweiten Rang in Folge auch die Führung im Gesamtweltcup. Egle sagt: „Königssee ist eine sehr anspruchsvolle Bahn. Es ist richtig cool, dass ich hier auf das Podest gefahren bin. Dazu noch der Sieg in der Staffel – das gibt enorm viel Selbstvertrauen im Hinblick auf die WM.“

Die nächste Weltcup-Station wartet in Sigula, Lettland.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2021)