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Umstritten

Dänemark zeigt Kinderserie über Mann mit extrem langem Penis

Danes divided over children´s TV show about a superpower penis
"John Dillermand" wird seit Ende Dezember ausgestrahlt(c) via REUTERS (DRTV)
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In Dänemark schlagen die Wellen wegen der neuen Kinderserie „John Dillermand“ hoch: Die Hauptfigur hat einen extrem langen Penis, der oft hilfreich ist, aber auch manchmal die Kontrolle verliert. Die Meinungen über die Serie gehen auseinander.

In der Kinderserie „John Dillermand“ kann die Hauptfigur allerlei Heldenhaftes mit seinem überlangen Penis anstellen: Er kann ihn zum Leuchten bringen, jemanden damit retten oder ihn als Helikopter benutzen. Seit Ende Dezember ist „John Dillermand“ im dänischen staatlichen Fernsehsender DR zu sehen. Den Namen hat die Figur von der dänischen Umgangssprache für Penis, Diller, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Unbekleidet sieht man das Körperteil nie: Die Figur trägt einen rot-weiß gestreiften Anzug, der sich – wie sein Penis – beliebig ausweiten kann. Gedacht ist die Serie für Kinder zwischen vier und acht Jahren. Doch ob sie für so junges Publikum wirklich geeignet ist, darüber ist im liberalen Dänemark nun eine Debatte entbrannt.

Morten Messerschmidt, ein Politiker der konservativen Dänischen Volkspartei stellte auf Twitter die rhetorische Frage: „Bin ich der Einzige, der es verwerflich findet, dass Kinder es lustig finden sollen, wenn sie den Penis eines Erwachsenen im Fernsehen sehen?“

Danes divided over children´s TV show about a superpower penis
John Dillermand hat erstaunliche Fähigkeiten(c) via REUTERS (DRTV)

In der Serie findet das Geschlechtsorgan unter anderem Einsatz als Peitsche, um einen Löwen zu bändigen – aber die Figur hat nicht immer Kontrolle über den Penis. Das kritisiert die Schriftstellerin Anne Lise Marstrand-Jørgensen („Das indiskrete Leben der Alice Horn“): „Ist das wirklich die Botschaft, die wir unseren Kindern inmitten einer riesigen #MeToo-Debatte mitgeben wollen?“, fragt sie.

Den Kontrollverlust über den Penis findet auch der Genderforscher Christian Groes von der Universität Roskilde bedenklich. Dass das männliche Geschlechtsorgan einen eigenen Willen habe, werde „oft als Ausrede für schlechtes Verhalten von Männern benutzt“, sagte er dem britischen „Guardian“. „Hier soll es lustig sein – und wird so verharmlost. Aber es ist nicht harmlos. Und sowas bringen wir unseren Kindern bei.“

Der Sender DR erklärte, dass man mit der Serie die natürliche Neugier von Kindern, ihre eigenen Körper zu erkunden, abbilden wolle. „Kleine Kinder sind gern nackt und erforschen sich gerne“, erklärte dazu die Kinderpsychologin Margrethe Bruun Hansen, die als Beraterin für die Serie tätig war. „Sie spielen Doktorspiele und lieben ,schmutzige‘ Wörter.“

DR betonte, dass ihm nur eines wichtig sei: Nämlich, dass die Kinder die Serie mögen.

(her)