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Landesname

Burma und Myanmar: Was hinter den Namen steckt

Archivbild aus der Hauptstadt Naypyidaw.
Archivbild aus der Hauptstadt Naypyidaw.(c) Getty Images (Lauren DeCicca)
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„Die Presse“ schreibt Burma, andere sagen Myanmar. Was stimmt?

Mit einem Putsch und der Einsetzung einer Militärregierung ist ein Land wieder in den Fokus gerückt, dass man unter zwei Namen kennt: Burma, beziehungsweise Myanmar. Die Namensgebung ist komplex, und vorweg sei gesagt - beide Namen für das Land in Südostasien stimmen.

Vielfach wird „Myanmar“ als der „moderne“ Name des Landes verstanden, das unter der britischen Kolonialherrschaft zunächst als „Burma“ offiziell bekannt war. Myanmar wird demnach oft als selbstbestimmter Name des Landes empfunden.

Nur: So einfach ist das nicht. Myanmar wurde 1989 als Landesname eingeführt, und zwar durch eine Kommission der damaligen Militärregierung. Eine Volksabstimmung oder Ähnliches gab es zu der Änderung nicht. Myanmar wurde damals gewählt, um einen breiten Begriff zu finden, der auch Minoritäten im Land besser umfassen sollte.

„Myanmar“ hat Wurzeln in „Burma“ 

Sowohl der Name Burma als auch der Name Myanmar stammen aus dem Burmesischen. „Burma“ ist eine Art Abkürzung des Wortes „Myanmar“. Unter anderem empfinden Minderheiten den Namen Burma als nicht inklusiv. Dasselbe gilt aber auch für den Namen „Myanmar“ - vor der Unabhängigkeit wurde vor etwa 100 Jahren von linksgerichteten Gruppen daher der Name „Bama“ vorgeschlagen. Tatsächlich wurde Bama der Name jenes Staats, den die Japaner während ihrer Besetzung im Zweiten Weltkrieg für Burma verwendeten.

Beide Namen beziehen ihre Bedeutung ursprünglich von der burmesischen Volksgruppe. Nach der Unabhängigkeit Burmas 1948 entwickelte sich die Bedeutung der Wörter im offiziellen Sprachgebrauch so weit, dass „Myanmar“ als inklusiverer Name galt, also auch nicht-burmesische Bevölkerungsteile mitmeinte. In der Alltagssprache werden mittlerweile sowohl Burma als auch Myanmar verwendet.

Doppelbödige Entscheidung

Gleichzeitig wurde „Burma“ über die Jahrzehnte hinweg von vielen Minderheiten als Landesbezeichnung lieber verwendet - sie empfanden den 1989 gewählten Namen Myanmar als scheinheilige Entscheidung, da er zwar Inklusivität bedeuten solle, aber von der ethnisch größten Gruppe, den Burmesen, gewählt worden war. Auch die langjährige Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi sprach sich viele Jahre über gegen den Namen Myanmar aus.

Während viele Länder den offiziellen Namen ab 1989 zu verwenden begannen, benutzt etwa die US-Regierung bis heute Burma (allerdings nicht alle US-Medien; die „New York Times“ etwa verwenden den Namen Myanmar). Manche Länder, etwa Großbritannien, achten bei ihrer Bezeichnung des Landes auf die Präferenz der jeweils gewählten Regierung. Nachdem in den 2010er-Jahren demokratische Reformen durchgeführt wurden, wurde der Name Myanmar populärer. Als Regierungschefin erklärte Aung San Su Kyi, Ausländern stehe es frei, das Land Burma oder Myanmar zu nennen - verfassungsrechtlich gebe es dahingehend keine Festschreibung.

Wie also damit umgehen? Der frühere US-Präsident Barack Obama löste die Namensfrage bei einem Besuch zusammen mit seiner damaligen Außenministerin, Hillary Rodham Clinton, so, dass er einfach beide Namen verwendete. „Die Presse“ hat sich vor über 20 Jahren dazu entschieden, den Namen Burma zu verwenden, um die Namensgebung „Myanmar“ durch die damalige Militärregierung zu reflektieren.

(epos)