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Japan

Der tägliche Kampf ums Überleben im Sperrgebiet von Fukushima

FILE PHOTO: 10th anniversary of Japan's quake, tsunami and nuclear disaster
Nach der Dreifach-Katastrophe Erdbeben, Tsunami, Kernschmelze: Zerstörung in der Stadt Natori am 13. März 2011, zwei Tage nach dem Beben.VIA REUTERS
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Zehn Jahre nach dem Jahrhundert-Desaster von Fukushima lockt Japans Regierung mit Prämien zur Rückkehr in das Gebiet rund um das havarierte AKW. Doch in ganz Japan herrscht kaum noch Interesse am Schicksal der Betroffenen.

Sie gelten wahlweise als verrückt oder standhaft, als hoffnungslose oder mutige Typen. Frauen wie Ayumi Iida gehören im Katastrophengebiet Fukushima zu den wenigen Einwohnern, die aus Not oder besonderer Anhänglichkeit in ihrer Heimat geblieben sind. Die 36-jährige Mutter von vier Kindern war mit ihrem zweiten Sohn schwanger, als das Jahrhundert-Desaster mit einem unfassbar starken Beben, dem darauf folgenden Tsunami und dem Nuklear-Gau am 11. März 2011 die Region im Nordosten Japans und ihr gewohntes Leben verwüstete.

Vermutlich 18.500 Menschen kamen bei der Tragödie ums Leben oder werden vermisst, 160.000 mussten ihre Heimat in der Folge des Tsunamis und wegen der radioaktiven Gefahren nach den drei Kernschmelzen im AKW Fukushima Daiichi verlassen. „Es war brutal, beängstigend, chaotisch“, erinnert sich Iida, deren Haus in der Stadt Iwaki nur 50 Kilometer südlich vom havarierten Kernkraftwerk entfernt liegt. „Keiner wusste, was wirklich geschehen ist und was wir tun können, um uns zu schützen.“ Die meisten Nachbarn flohen, weil keiner den offiziellen Beschwichtigungen traute.