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Wirecard

Wirecard-Affäre: Alexander Schütz verlässt Aufsichtsrat der Deutschen Bank

Der Österreicher Alexander Schütz wird von der Wirecard-Affäre eingeholt.
Der Österreicher Alexander Schütz wird von der Wirecard-Affäre eingeholt.Die Presse
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Der Österreicher war wegen einer E-Mail an Ex-Wirecard-Chef Markus Braun unter Druck geraten. Er riet Braun, er solle die Financial Times „fertigmachen“. Die Zeitung berichtete als erste kritisch über Wirecard.

Der Gründer des Wiener Vermögensverwalters C-Quadrat Alexander Schütz zieht sich aus dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank zurück. Der Österreicher war zuletzt wegen einer E-Mail an den Ex-Wirecard-Chef Markus Braun - ebenfalls ein Österreicher - in Misskredit geraten. Am 17. Februar 2019 schrieb er mit Bezug auf die „Financial Times“, die damals schon kritisch über Wirecard berichtet hatte: „Habe übrigens 3x Wirecard-Aktien gekauft letzte Woche, macht diese Zeitung fertig!!“. Im Juni 2020 meldete der Zahlungsanbieter Insolvenz an, Braun sitzt seither unter anderem wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug in Haft.

Die brisante Email-Korrespondenz war im Rahmen des deutschen Wirecard-Untersuchungsausschusses öffentlich geworden. Die Deutsche bank hatte sich daraufhin in ungewöhnlich deutlichen Worten von Schütz distanziert. Sowohl Inhalt als auch Haltung der zitierten Aussage in der Mail seien "inakzeptabel". Wenig später war Schütz aus den wichtigen Ämtern im Aufsichtsrat ausgeschieden.

Nachfolger am Freitag

Am Mittwochabend zog nun auch der Österreicher, der sich zuvor „in aller Form bei der ‚Financial Times‘ und ihren Reportern für diese emotionale und deplatzierte Äußerung“ entschuldigt hatte, einen Schlussstrich und trat als Aufsichtsrat zurück. Sein Mandat wäre regulär noch bis 2023 gelaufen. "Ich habe mich dazu entschieden, den Aufsichtsrat der Deutschen Bank zur nächsten Hauptversammlung zu verlassen", erklärte Schütz. "Es hat mir viel Spaß gemacht, die Zeit des Turnarounds der Deutschen Bank aktiv zu begleiten und das Managementteam neu mit auszurichten.“ Die Deutsche Bank wollte sich vorerst nicht dazu äußern.

Einem Insider zufolge tagt am heutigen Donnerstag das Kontrollgremium der Bank anlässlich der für Freitag geplanten Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2020. Nicht auszuschließen sei, dass dann gleich ein Nachfolger für Schütz benannt werde.

Vertrauter der chinesischen HNA

Im Jänner war bekannt geworden, dass sich Schütz von seinen Deutsche-Bank-Aktien getrennt hat. Der Finanzmanager gehörte zu den 15 größten Aktionären. Er besaß seit 2019 über sein Family Office in der Wiener City etwa 17,4 Millionen Aktien (0,84 Prozent) an Deutschlands größter Bank. Es handelte sich laut einem "Kurier"-Bericht um Restbestände des chinesischen Mischkonzerns HNA, einst größter Aktionär des deutschen Kreditinstituts. Schütz hielt seine Anteile, ebenso wie die Chinesen, über eine komplexe Konstruktion von Derivaten. C-Quadrat verwaltete die Beteiligung der Chinesen an der Deutschen Bank, weshalb Schütz 2017 in den Aufsichtsrat eingezogen war. In Österreich soll Schütz im Ibiza-Untersuchungsausschuss befragt werden.