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Studierende servieren Brettljause in Schweden

Studierende servieren Brettljause Schweden
Brettljause(c) BilderBox.com
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Preisverleihung: Bei der Prämierung der kreativsten Business-Pläne beweisen Studenten der FH Wien ihren Unternehmergeist. Sie Punkten mit der Geschäftsidee „Heuriger in Schweden“.

Wien. Schweinsbraten, Schnitzel und Brettljause: Dass die Schweden an den österreichischen Heurigenschmankerln Gefallen finden könnten, davon sind Eva-Maria Rögner, Felix Swoboda und Alexander Todes überzeugt. Mit ihrer Geschäftsidee „Heuriger in Schweden“ konnten sie auch bei der Prämierung der besten Businesspläne der FH Wien punkten.

Der FH-interne Wettbewerb hat bereits Tradition. Während in den vergangenen sechs Jahren die Diplomstudenten ihren Unternehmergeist unter Beweis stellen konnten, präsentierten nun erstmals die Bachelor-Studenten des Studiengangs „Unternehmensführung und Entrepreneurship“ ihre Businesspläne. Diese werden jeweils im fünften Semester erarbeitet, von der Ideenfindung bis zur Finanzplanung sind alle Details zur (fiktiven) Unternehmensgründung darin enthalten.

Aus insgesamt 46 Plänen wurden 15 als prämierungswürdig eingestuft. Die Jury – bestehend aus der Beratungsgruppe „Bollenberger & Bollenberger“, dem „Gründer Center“ der Erste Bank und der „Presse“ – zeichnete vergangene Woche die besten drei Teams aus. Das Projekt „Heuriger in Schweden“ landete mit „EOLICO-technology of tomorrow“ ex aequo auf dem ersten Platz. Der dritte Platz ging an die „WenTec Haustechnikberatungs GmbH“.

Die konträren Projekte haben eines gemeinsam: „Idee und Umsetzung sind top“, freut sich der Leiter des im Jahr 2009 eingerichteten Kompetenzzentrums für Entrepreneurship, Alexander Keßler.

Das Geschäftsmodell EOLICO setzt auf die alternative Energiegewinnung durch vertikale Kleinwindkraftanlagen. Zielgruppe sind Klein- und Mittelbetriebe, öffentliche Einrichtungen und in weiterer Folge private Haushalte. Auch das Heurigen-Team hat seine Klientel analysiert. Die Schweden „stehen irrsinnig auf Heurige“, ist sich Teilnehmer Alexander Todes, der ursprünglich aus Schweden stammt, sicher. Obwohl das Team sogar eine weltweite Expansion im Businessplan vorsieht, will man eines nicht: Eine Kette wie McDonald's werden. Ein Besuch in der „urigen“ österreichischen Stube solle etwas Besonders für die Kunden bleiben.

 

„Studenten sind zu genügsam“

Der Erfolg soll sich auch finanziell bemerkbar machen. In den ersten fünf Jahren rechnen sie mit einem Gewinn von 230.000 Euro. „Es ist keine Schande, Geld verdienen zu wollen“, meint Sonja Hager vom Businessplan-Verein „i2b“. Studierende seien oftmals zu genügsam.

Zwar ist der Businessplan der erste wichtige Schritt bei der Unternehmensgründung, der „Heurige in Schweden“ bleibt aber vorerst nur ein Traum. Möglicherweise einer, der in Zukunft wahr wird. Mit knapp 30 Prozent ist die Selbstständigenquote unter den Absolventen des Studienganges besonders hoch.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2010)