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Diversitätsforschung

Lieblingsnachbar oder Piefke? Wie unsere Sprache Deutsche an den Rand drängt

Die Exklusion von deutschen Staatsbürgern in der österreichischen Arbeitswelt ist noch zu wenig erforscht.
Die Exklusion von deutschen Staatsbürgern in der österreichischen Arbeitswelt ist noch zu wenig erforscht.Fabry Clemens
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Die Exklusion von deutschen Staatsbürgern in der österreichischen Arbeitswelt ist noch zu wenig erforscht. Abwertende Bezeichnungen erhöhen die Unzufriedenheit, die Burn-out-Gefahr und die Tendenz abzuwandern.

In Österreich sind Ressentiments gegen Deutsche salonfähig. Nicht erst seit der „Piefke-Saga“ gehört es zum guten Ton, sich von den „Lieblingsnachbarn“ abzugrenzen. Thomas Köllen aus Köln studierte, arbeitete und habilitierte an der Wirtschaftsuni Wien (WU) und traute seinen Ohren kaum, als er in einer ORF-Diskussion zwischen den Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer hörte, dass beide die Frage „Was ist Heimat für Sie?“ mit Abgrenzungen zu Deutschland beantworteten. „Hofer sagte sinngemäß, dass Österreicher gemütlicher seien als die Deutschen. Und die Aussagen von Van der Bellen waren noch krasser: dass in Österreich weniger Ellbogenmentalität und ein höherer Stellenwert der Kultur gelte als in Deutschland“, erzählt Köllen.

Ihm selbst fiel erst nach circa fünf Jahren in Wien auf, wie heftig und andauernd es zu negativen Meldungen aufgrund seiner Herkunft kam. Er veröffentlichte bereits 2016 eine Studie über die antideutsche Grundstimmung in Österreich, in der 37 Prozent der Befragten angaben, „manchmal das Gefühl zu haben, dass hier Deutschsein ein Defizit ist“.