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Handel

Lockdown in Ostösterreich trifft Sporthändler hart

CORONA: FOTOTERMIN HANDEL - SPORTHANDEL
APA/HERBERT NEUBAUER
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Ein Teil des Umsatzverlustes sei mit dem Online-Geschäft und „Click & Collect" ausgleichbar, sagt etwa Hervis-Chef Weber. Zudem soll als weitere Maßnahme die Online-Beratung ausgebaut werden.

Der strenge Lockdown von Anfang April bis vorerst 18. April in Ostösterreich trifft den heimischen Sporthandel hart. Nur die Abholung von bestellten Waren in den Geschäften ist erlaubt. Zu Frühlingsbeginn werden viele Sportgeräte - etwa Fahrräder - für die neue Saison gekauft. Einen Teil des Umsatzverlustes könne man mit dem Online-Geschäft und „Click & Collect" ausgleichen, sagte Hervis-Chef Werner Weber bei einem Pressegespräch am Donnerstag.

Genaue Zahlen zum erwarteten Umsatzausfall wegen des harten Lockdowns in Wien, Niederösterreich und Burgenland wollte Weber nicht nennen. Der Umsatz von Hervis sank von 510 Millionen im Jahr 2019 auf 470 Millionen Euro im Coronajahr 2020. Für das Online-Geschäft meldete die Spar-Tochter eine Umsatzverdoppelung.

Österreichs Sporthandel ist heiß umkämpft

Der österreichische Sporthandel ist seit Jahren heiß umkämpft. Von der Übernahme der damaligen Nummer 1 Sport Eybl im Jahr 2013 durch Sports Direct und dem folgenden radikalen Schrumpfkurs profitierten andere Sportketten und Fachhändler. Hervis ist mit rund 20 Prozent Marktanteil die Nummer 3 hinter Intersport und Sport 2000/Gigasport. Zusätzlichen Wettbewerb gibt es durch neue Mitbewerber. Im Jahr 2017 startete der norwegische Sporthändler XXL Sports in Österreich, 2018 folgte der französische Sport-Diskonter Decathlon.

Bei Hervis kam es im Herbst 2019 wegen unterschiedlicher Auffassungen in der Geschäftspolitik zum überraschenden Abgang des langjährigen Hervis-Chefs Alfred Eichblatt. Weber wurde neuer Chef der Spar-Sporthandelstochter.

Hervis positioniert sich neu

Hervis-Chef Weber will die Positionierung des Sporthändler etwas ändern: Er legt den Fokus auf das Geschäft mit Fahrrädern, Lauf-, Outdoor- und Wintersportartikeln sowie mehr Service und Beratung. Bei Preisangeboten will Weber anstatt „eines übertriebenen Aktionismus einen akzentuierten Weg gehen". Es werde aber weiterhin „leistbare Preise" geben. „Aktionspolitik hat nichts mit Verramschung zu tun", so Weber.

Mit Umbauten und Neueröffnungen will Hervis heuer in die Offensive gehen. „Mit dem Aus- und Umbau unseres Filialnetzes können wir noch flexibler und schneller auf Trends reagieren und Schwerpunkte gezielt stärken", sagte der Hervis-Geschäftsführer. Es gebe nun zwei neue Flagshipstores für Rad bzw. Outdoor in Wien und Innsbruck. Derzeit betreibt Hervis 235 Sportfachmärkte in Österreich sowie in Osteuropa und Süddeutschland. Bis Jahresende könne man bei ungefähr 250 Filialen liegen, erwartet der Hervis-Chef. In den Umbau und die Neueröffnungen investiert die Spar-Sporthandelstochter "einen stattlichen zweistelligen Millionenbetrag".

Potenzial durch Fahrrad-Boom

Großes Wachstumspotenzial sieht Weber im Radbereich. Im Coronjahr 2020 ist der Rad-Umsatz bei Hervis um 25 Prozent gewachsen, mit E-Bikes sogar um 50 Prozent. Radsport boome schon seit längerem, Corona sei ein weiterer wesentlicher Treiber für stark steigende Umsätze, so der Hervis-Chef. Der Sporthändler hat kürzlich einen Flagshipstore für Fahrräder in Wien-Stadlau mit 2.000 Quadratmeter eröffnet. Hervis hat außerdem die Kundenberatung ausgebaut, die auch online angeboten wird. Vor allem bei beratungsintensiven Sportartikeln wie Rad oder Ski sei dies „eine Bereicherung" für Kunden und Mitarbeiter, so Weber. Ein Termin für eine Fachberatung – persönlich im Geschäft, telefonisch oder über Videocall – könne auch online gebucht werden.

(APA)