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Human Resources

Personalbereich gewinnt an Reputation

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Immer ein wenig defensiv, immer ein wenig in der Opferrolle – so nehmen sich viele Personalisten wahr. Das müssen sie nicht.

Selbstbild und Fremdbild klaffen oft auseinander. So auch beim jüngsten „HR Klima Index“ der Personal- und Managementberatung Kienbaum. Das hat mehrere Gründe.

CHRO statt nur Personalchef
Die Positionierung der Personalabteilung im Organigramm klettert auffallend nach oben. Früher oft eine Stabsstelle unter dem CEO, finden sich im produktionslastigen Kienbaum-Sample von hundert heimischen Unternehmen erstmals mehr als zwei Drittel der Personalisten auf C-Level – als gleichwertiges Vorstandsmitglied. In Zahlen sind es 67 Prozent, um fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Position des CHRO (Chief Human Resources Officer) und das verstärkte Einbinden in strategische Projekte – ein weiteres Indiz für steigende Bedeutung - sollten dem Selbstwert guttun.

2020 war keine Katastrophe
Diese Aussage kam selbst für Studienleiter Alfred Berger überraschend, rechnete er doch mit einem großen Jammertal. Mitnichten: Fast 70 Prozent der befragten Geschäftsführer sprachen von konstanten oder steigenden Umsätzen bei annähernd gleichem Beschäftigtenstand (was wohl oft der Kurzarbeit zu verdanken ist). Vier von zehn erfreuten sich steigender Profitabilität, drei von zehn konstanter, nur drei von zehn sprachen von fallender. Der Ausblick für 2021 ist – man hört es gerne - optimistisch.

„Atmende“ Personalbudgets
Noch eine Überraschung: Personalbudgets werden nur selten reduziert. Die Verteilung ist branchenabhängig. In der Produktion werden sie für Aus- und Weiterbnildung verwendet, in der Dienstleistung gleichermaßen für Training und Fringe Benefits, im Handel fast ausschließlich für Gehälter. Recruting hat derzeit einen geringen Stellenwert.

Digitalisierung wird langweilig
Fragt man die Personalisten, war derzeit die Hauptthemen ihrer Arbeit sind, kommt wie aus der Pistole geschossen „Digitalisierung und das Optimieren der Personalprozesse“. Hier bringt Berger leise Kritik an: „Das höre ich seit sechs Jahren. So lange machen wir die Umfrage. Die Projekte müssten längst abgeschlossen sein.“ Er wünscht sich von HR „das Selbstbewusstsein zu sagen, es ist erledigt.“ Nach wie wäre wichtig, das HR Dienstleistungsportfolio stärker in die Organisation zu tragen.

Attraktiver Arbeitgeber nach innen statt nach außen
Employer Branding bleibt wichtig. Jedoch richtet sich der Fokus derzeit mehr nach innen. Die Belegschaften sind erschöpft, manchmal demotiviert und fern den Büros. Berger weiß von Mitarbeitern, „die mit 80 Prozent Gehalt auskommen und nicht mehr 120 Prozent geben wollen.“ Sie wieder ins Boot zu holen wird für HR ein nicht zu unterschätzendes Handlungsfeld.