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Morgenglosse

Jetzt sollte man junge Eltern impfen

CORONA: SCHULEN IM LOCKDOWN
APA/HERBERT NEUBAUER
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Menschen mit Schul- und Kindergartenkindern sind derzeit eine besonders vulnerable Gruppe.

Soll man Menschen vordringlich impfen, die besonders stark zur Verbreitung des Virus beitragen? Oder eher jene, deren Leben und Gesundheit am stärksten durch Covid bedroht ist? In Österreich hat man sich wie in vielen anderen Staaten für die zweite Strategie entschieden, und das hat gute, humane Gründe: Wir schonen die Alten, Kranken, Schwachen – die Vulnerablen, wie die Ärzte sagen.

Doch im Lauf der Pandemie hat sich unsere Vorstellung davon, wer vulnerabel ist, verändert. Vor einem halben Jahr noch dachten viele, dass junge, gesunde, nicht vorbelastete Menschen kaum mit Covid auf der Intensivstation landen oder gar daran sterben. Jetzt wissen wir, dass das leider doch nicht so selten ist; das Virus ist auch insofern heimtückisch, dass man nicht zuverlässig vorhersagen kann, wen es hart treffen wird. So sollte man jetzt, wo die offensichtlich Vulnerablen zu Großteil geimpft sind, vermehrt darauf sehen, wer besonders von Ansteckung bedroht ist.

Da ist vor allem eine Gruppe, die aufgrund ihres Alters noch wenig geimpft ist: junge Eltern. Menschen also, die eng mit Schul- und Kindergartenkindern zusammenleben. Dass die nicht vor Covid gefeit sind, auch das haben wir im letzten Jahr gelernt. Und die Ansteckungsgefahr unter den Kindern ist trotz Tests hoch, einfach weil man Kinder schwer zum konsequenten Maskentragen und Abstandhalten bringen kann. Impfen kann man sie bisher auch nicht. Zum Glück erkranken sie selbst wirklich nur selten schwer. Sie stecken jedoch leicht ihre Eltern an, und die können mit einigem Pech durchaus schwer erkranken. Was besonders tragisch ist, weil die Kinder sie ja dringend brauchen.

Es geht nur um zwei Monate: Anfang Juli ist die Schule schon wieder vorbei, und zu dieser Zeit sollten, wenn alles gut geht, auch alle Impfwilligen geimpft sein. Doch bis dahin sollte man jungen Eltern dezidiert und schnell einen Vortritt beim Impfen einräumen. Schon weil das größte Risiko, dem sie speziell ausgesetzt sind – der Kontakt mit ihren Kindern –, sich im Gegensatz zu anderen Risiken (etwa durch dichte Menschenansammlungen) nicht vermeiden lässt. So verdienen sie besonderen Schutz, man sollte ihn ihnen neidlos gewähren.

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