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Dokumentarfilm

Ibiza-Doku "Hinter den Schlagzeilen": So öde lebt es sich als Starreporter

Ein seltenes Highlight in der Recherchearbeit von Bastian Obermayer (2. von li.) und Frederik Obermaier (re.): Zu Gast bei Edward Snowden in Moskau.DOK.fest München
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Strache hatte mehr Spaß als seine Aufdecker: Die Ibiza-Doku „Hinter den Schlagzeilen“ zeigt investigativen Journalismus extra trocken – und ist gerade deshalb gelungen. Bald im Kino.

„Das ist alles total komisch. Die fragen nicht nach einem Pass, die wissen nicht, wer die sind – und versprechen denen halb Österreich. Kann es sein, dass jemand hier uns eine Falle stellt?“ Zweifel plagten den Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“, nachdem er das ihm zugespielte Video über einen feuchtfröhlichen Abend auf Ibiza gesehen hatte, und er gestand sie seinen Kollegen. Im Film wird dieser Bastian Obermayer von Bastian Obermayer dargestellt. Das Drehbuch schrieb die Wirklichkeit. Als Kulisse dienten mausgraue Schreibstuben in München, wo nur die Spuren der Leuchtstifte auf den Whiteboards für ein wenig fahle Farbe sorgen. Es war damals auch ein Kameramann vor Ort, der die Aufdecker bei ihrer Arbeit ständig begleitete. Das Ergebnis ist der Dokumentarfilm „Hinter den Schlagzeilen“, der am Mittwoch am Münchner „Dokfest“ Premiere hatte und, sobald möglich, in die Kinos kommen soll.

Noch echter geht nicht. Der junge Regisseur Daniel Sager macht Ernst mit dem unbeteiligten Beobachten, das sich das „Direct Cinema“ auf die Fahnen geschrieben hat: fast keine Interviews, kaum jemals Hintergrundmusik. Verzicht auf Action, Verdichtung, dramatische Zuspitzung. Die Helden gehen statt zu rennen, reden statt zu schreien, grübeln statt zu fluchen.