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Fahrbericht

Wie der Peugeot zum „Peushark“ wurde

Subtile Überarbeitung des 5008er-SUVs. Der edle Wagen aus Frankreich hat nun frontal ein wenig etwas von einem Hai.

Der 2017 als SUV neu lancierte Peugeot 5008 kann samt seinem Brüderchen 3008 als Verschönerung des Straßenbilds gelten. Er ist um Meilen edler als der ab 2009 als Kompakt-Van gebaute, etwas hamsterförmig-biedere Vorgänger. Er fällt im Straßenverkehr auf, obwohl er in Österreich nicht einmal unter den Top 20 der Neuzulassungsliste ist, und er zeigt, dass die Franzosen seit längerem einfach hübschere, weniger popanzmäßige Autos bauen als ihre Nachbarn rechts des Rheins.

2020 nahm der im Kern burgundische Autobauer am 5008er (und 3008er) ein mäßiges Facelifting und technische Änderungen vor. Das Resultat ist seit Kurzem erhältlich. Man muss aber genau hinschauen, um es zu erkennen.

Außen wurde vor allem die Frontpartie mit dem rahmenlosen Kühlergrill überarbeitet. Sie zeigt nun die Modell-Zahl 5008 und ist vor allem extrem filigran, mit Chrom und Rippen beidseits, die an horizontal verdrehte Kiemen von Haien erinnern. Vom Peugeot zum Peushark, sozusagen. Allerdings: „Viel Spaß mit dem Insekten-Putzen", meinte ein Kollege.

Front-Vergleich: links der bisherige 5008er, rechts die neue Variante.Privat

Insgesamt sehr schön, man erkennt sogar einen 3-D-Effekt um den Löwen im Kühlergrill herum, aber vielleicht doch eine Spur zu zisiliert und überdesignt.

Vergrößerter Touchscreen

Die dreigeteilten LED-Rückleuchten, die viel zum enorm schönen „Hintern" des 5008 beitragen, sind jetzt statt hinter klarem Glas hinter Rauchglas, was bei ausgeschaltetem Licht ihre Ästhetik leider dämpft. Innen fällt der von acht auf zehn Zoll Diagonale vergrößerte Multifunktions-Touchscreen auf. Er erscheint allerdings subjektiv kaum größer, ist klobig rechteckig, wirkt auf die Konsole einfallslos aufgesetzt und in sie nicht so stimmig integriert wie der abgerundete Vorgänger.

Einfach ein schöner Hintern. Die Rückleuchten sind im "Krallen-Design" des Peugeot-Löwen.Die Presse/Clemens Fabry

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Das Cockpit wirkt nach wie vor leicht futuristisch und empfängt einen wie ein Kampfflugzeug. Und der Clou mit dem kleinen Lenkrad, das tiefer liegt als die Anzeigen, ist einfach genial. Man kann es sich konventionell anders herum kaum noch vorstellen, wieso das nötig sein sollte.Die Presse/Clemens Fabry

Wir fuhren das Top-Modell GT Pack mit 130-PS-Diesel-Automatik und 1,5 Liter Hubraum. ∅-Verbrauch offiziell 3,8 Liter/100 km (NEFZ), im Test 6,5 Liter (freilich bei unter 200 km Fahrt, auf längere Sicht sind um die 6 Liter leicht drin). Vmax 190 km/h, 0-100 in 11,8 Sekunden, Leermasse 1611 kg, 780 bis 1940 Liter Stauraum.

Das 4,64 Meter lange Gefährt ist ein hervorragender Transporter, und wird auch der Beifahrersitz (je nach Modell) ganz umgeklappt, so haben in dieser Wagenhälfte bis zu 3,20 Meter lange Gegenstände Platz.

Peugeot 5008
Die feine Klaviatur der Bedienungstasten für Sound, Kilmanlage, Navi etc. Sieht einfach gut aus.(c) Die Presse/Clemens Fabry

Der Basispreis dieses gesteteten GT Pack betrug 47.800 €, mit Extras wie Glasschiebedach wurden es fast 50.800 Euro. Mit Benzinmotor beginnt der GT Pack bei 45.350 €, das leicht abgeschlankte Top-Modell GT hebt schon bei 39.700 Euro an; den Unterschied vom GT zum GT Pack machen unter anderem eine (noch) bessere Hifi-Anlage und ergonomische Komfortsitze aus.

Opulent bestückt schon ab Basismodell

Es gibt Vierzylinder-Diesel zu 130 und 177 PS sowie 130-PS-Dreizylinder-Benziner; in Österreich nicht angeboten werde mangels Nachfrage der 181-PS-Benziner, heißt es. Eine Hybridvariante ist, anders als beim 3008, indes nicht abzusehen. Muss auch (noch) nicht sein.

Schon das Basismodell „Active" (ab 33.650 €) ist opulent bestückt und gediegen, feine Materialien, schöne Linien - und zwei herausnehmbare Sitze in dritter Reihe sind ebenso schon serienmäßig wie die akzeptabel geräumige Kühlbox in der Mittelkonsole, die stets zu preisen ist.

Grafische Darstellung des Innenraums. Man beachte die Mittelkonsole mit der sehr brauchbar großen Kühlbox. Die ausklappbaren Sitze im Kofferraum sieht man nicht.Peugeot

Lustig ab Variante GT (aber nur gegen Aufpreis) ist eine Infrarotkamera, die nachts, bei Nebel und Schneefall Menschen, Tiere und warme Objekte auf 250 Meter Entfernung erkennt; für Mutige gibt's auch knallrote Sitzbezüge aus Leder.

Die Farb-Politik macht etwas muffig

Etwas muffig macht hingegen Peugeots Farb-Politik: Zwar gibt's endlich neue bunte Lacke wie Rot und Mittelblau, aus der alten, eher düsteren Palette fiel dafür etwa Türkis heraus. Die Standardfarbe ist jetzt aber just Kupferbraun - alles andere kostet bis zu 670 € extra, auch (Perlmutt-)Weiß.

Bisher war (Schnee-)Weiß Standard. Kupferbraun ist durchaus interessant und hat was, aber als Standardfarbe ist's ungewöhnlich markant und gewiss nicht jedermanns Sache. Weiß ist, wie die Straße beweist, des 5008ers beliebteste Farbe und steht ihm wohl auch am besten. Dass man nun für diese schlichte Lackfarbe draufzahlen muss, ist schon etwas unerfreulich.

>>> Informationsbroschüre zum 5008

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2021)