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Kundgebung

Einige Hundert haben in Wien gegen Corona-Maßnahmen demonstriert

Auch nach dem Ende der angemeldeten Demo werde die Polizei die Situation weiter beobachten.
Auch nach dem Ende der angemeldeten Demo werde die Polizei die Situation weiter beobachten.APA/GEORG HOCHMUTH
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Um 17 Uhr wurde die Demo wie vorgesehen beim Augarten beendet. Die Organisatoren hatten eigentlich tausend Teilnehmer erwartet - ein Ereignis am Vortag durchkreuzte ihre Pläne. In Wien sind aber weitere Demonstrationen abgehalten worden.

Am Samstagnachmittag haben sich erneut Gegner der Corona-Maßnahmen in Wien versammelt. Nach Polizeischätzung haben einige hundert Personen an dem als "Großdemonstration" beworbenen Demozug vom Resselpark beim Karlsplatz bis zum Augarten teilgenommen. Der Protestzug ist laut Polizei eher ruhig verlaufen. Es gab jedoch mehrere Personenkontrollen, darunter auch bei gewaltbereiten Hooligans, sowie einige Festnahmen. Um 17 Uhr wurde die Demo wie vorgesehen beim Augarten beendet.

Eigentlich hatten die Veranstalter laut Ankündigung gehofft, dass unter dem Motto "Wehret den Anfängen" "Tausende" gegen "totale Überwachung, (wissenschaftlich nicht-validierte) Restriktionen, Diskriminierung, Unterdrückung, Zensur, Willkür und politischen Aktionismus" auf die Straße gehen. Allerdings habe die Berichterstattung über eine auch von Kundgebungsveranstalter Manuel Müllner mitorganisierte Demonstration am Freitag in Mauthausen - bei der eine Rede Adolf Hitlers abgespielt wurde - "viel Unruhe reingebracht“.

Verkehrsbehinderungen, Polizeiaufgebot

Am Samstag ging es um Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen. Mehrere Sprecher warnten bei einer Standkundgebung im Resselpark vor dem Verlust von Freiheitsrechten oder deren Auswirkungen auf Kinder. Die Teilnehmer, viele davon mit Österreichfahnen, forderten etwa den Rücktritt der Regierung ("Kurz muss weg"), skandierten "Ich bin gesund" oder "Wir wollen keine Diktatur". Bei der Demo seien nur friedfertige Teilnehmer erwünscht, betonten die Veranstalter wohl mit Blick auf Medienberichte über eine Mobilisierung gewaltbereiter Gruppen im Vorfeld. Außerdem wurde wiederholt zum Maskentragen und Abstandhalten aufgefordert. Empört reagierten Teile der Demonstranten auf eine linke Gegendemo während des Protestzugs, es wurde u.a. "Nieder mit der Antifa" skandiert.

Dass die Demoroute der Maßnahmengegner nach dem Ring weiter zum Augarten und damit zum jüdischen Viertel Wiens führte, hatte angesichts des Vorfalls in Mauthausen und der Beteiligung von Rechtsextremen, Hooligans und sogenannten Querdenkern bei früheren Corona-Demos für Kritik in den sozialen Medien gesorgt. Bei der Landespolizeidirektion Wien betonte man, dass man die Veranstaltung mit genug Personal sichere und genau beobachte, ob sich "gewisse Personengruppen" daran beteiligen. Sollte es zu antisemitischen Vorfällen kommen, werde man entsprechend einschreiten. Auch nach dem Ende der angemeldeten Demo werde die Polizei die Situation weiter beobachten.

Weitere Kundgebungen in Wien

Vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Nahen Osten haben sich außerdem einige hundert Menschen am Samstagnachmittag im Zentrum Wiens versammelt. (>>> Mehr dazu)

Zudem sind Aktivisten von Extinction Rebellion (XR) in Aktion getreten. In der City wurde eine Fahrbahn beim Ministerium für Umwelt und Klimaschutz mit Paletten und einem großen Schild mit einem "X" - das Symbol der Gruppe - die Fahrbahn blockiert. Die Manifestanten saßen u.a. auf dem Asphalt, sangen "Power to the People" und sorgten für Verkehrsbehinderungen. Die Polizei löste die nicht angekündigte Aktion auf.

Das "X" ist das Symbol der Gruppe, die sich für "radikalen Klimaschutz" einsetzt.
Das "X" ist das Symbol der Gruppe, die sich für "radikalen Klimaschutz" einsetzt.APA/WOLFGANG HAUPTMANN

Die Einsatzkräfte gingen dabei zurückhaltend vor. Man gab den Beteiligten an der Aktion fünf Minuten Zeit, den Bereich zu verlassen. Die nach der Räumungsankündigung auf der Fahrbahn verbliebenen Aktivisten ließen sich dann widerstandslos wegtragen. Die Polizei nahm Personalien auf und entfernte schließlich die Hindernisse von der Fahrbahn, während ein Chor aus Umweltschützern singend die Aktion begleitete.

Die Aktion im Kreuzungsbereich der Oberen Weißgerberstraße dürfte zum Auftakt bundesweiter Aktionen für "radikalen Klimaschutz" zählen, wie im Vorfeld angekündigt worden war. An Passanten wurden heute Flyer mit den Forderungen der Aktivisten verteilt, auf denen etwa "Alle wollen überleben. Schluss mit der globalen Verantwortungslosigkeit" gefordert wurde.

(APA)