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Leitartikel

Die französische Demokratie steckt in einer tiefen Krise

APA/AFP/THIERRY ZOCCOLAN
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Die erschreckend geringe Beteiligung an der Regionalwahl ist kein Pandemie-Phänomen, sondern ein weiteres Zeichen einer gefährlichen Entfremdung.

Frankreichs erste Post-Lockdown-Wahl mag nicht viel über die Richtung des heißen Präsidentschaftsrennens in zehn Monaten verraten, immerhin wurde im nur bedingt aussagekräftigen lokalen Kontext abgestimmt. Aber die erste Runde der Regionalwahl hat trotzdem eine deutliche überregionale Botschaft: Die Franzosen haben den Glauben (oder die Lust) daran verloren, durch ihre Stimme Veränderungen zu beeinflussen. Denn wenn von drei Wahlberechtigten zwei die Urnen meiden, dann deutet das auf eine ernsthafte demokratische Systemkrise in einer führenden Demokratie Europas hin.